Fusion auf deutschem Ratingmarkt: Scope übernimmt Feri Euroratings

Skyline von Frankfurt / Main, über dts NachrichtenagenturDer Berliner Anbieter Scope übernimmt den auf Fondsresearch spezialisierten Wettbewerber Feri Euroratings. „Mit der Übernahme unterstreichen wir unseren Anspruch, die europäische Alternative zu den US-Agenturen S&P, Moody und Fitch zu werden“, sagte Scope-Chef Torsten Hinrichs dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). Über den Kaufpreis schweigen sich die Beteiligten aus.

Der Deal wirft ein Schlaglicht auf die enormen Wachstumsambitionen von Scope. Innerhalb von nur drei Jahre haben die Berliner nun Dutzende Kreditanalysten eingestellt, von denen viele zuvor für eine der drei großen US-Agenturen arbeiteten. Parallel eröffnete der Newcomer Büros in Frankfurt, London, Paris, Madrid und Mailand. Zudem gelang es Scope, ins Kerngeschäft von S&P, Moody’s und Fitch vorzustoßen – also die Bewertung großer Banken und Unternehmen. So lassen sich die deutsche Staatsbank KfW, die Schweizer UBS und der deutsche Mischkonzern Haniel seit einigen Monaten offiziell von Scope raten. Feri Eurorating dürfte für Scope vor allem wegen des Researchs von Publikumsfonds interessant sein. Daneben gewinnt Scope zusätzliche Analysekompetenzen im Immobilienbereich und vor allem in der Bewertung von Länderanleihen. Auch letzteren Bereich hat Scope bislang gemieden und sich auf seinem Expansionskurs stattdessen auf Banken, Unternehmen und strukturierte Finanzierungen konzentriert. „Die beiden Agenturen ergänzen sich daher perfekt“, meinte Hinrichs. Ziel sei nun die vollständige Integration von Feri Eurorating, sagte Hinrichs. Im Publikumsbereich soll die Marke zwar noch 18 Monate lang weitergeführt, dann aber endgültig getilgt werden. Das bedeutet gleichwohl nicht, dass der Name Feri komplett aus der Finanzszene verschwindet. Der zum MLP-Konzern gehörende Vermögensverwalter Feri – einer der größten deutschen Player überhaupt in diesem Markt – bleibt bestehen. Nur das Ratinggeschäft geht an Scope.

FERI Gruppe soll gestärkt werden

Im Zuge der Weiterentwicklung will Scope die langjährige Research-Kompetenz der FERI Gruppe weiter stärken: Zusätzlich zum bestehenden Investment Research und den etablierten Branchenanalysen baut FERI derzeit ein eigenes Forschungsinstitut auf, das speziell langfristige Zukunftstrends und deren Auswirkungen auf Vermögen im Fokus hat. „Der FERI-Ansatz basiert seit fast 30 Jahren auf einem fundierten Research. Nach diesem Grundsatz bauen wir auch das neue FERI Institut auf. Es wird ein meinungsstarker und notfalls unbequemer Vordenker sein, mit klarem Fokus auf die relevanten Zukunftstrends in der Wirtschafts- und Vermögensforschung“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und CIO der FERI Gruppe.

Foto: Skyline von Frankfurt / Main, über dts Nachrichtenagentur

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