Liebe im Netz kann teuer werden: Betrüger erschleichen sich Vertrauen und locken in falsche Investments – Bayerische Justiz warnt eindringlich.
Die Suche nach der großen Liebe im Internet boomt. Doch die bayerische Justiz warnt nun eindringlich vor einer perfiden Betrugsmasche, die sich auf Dating-Plattformen immer weiter verbreitet: dem sogenannten Trading-Scam. Dabei erschleichen sich Betrüger das Vertrauen ihrer Opfer, bauen eine vermeintliche Beziehung auf und überreden sie anschließend, in angeblich lukrative Anlageformen zu investieren. Am Ende stehen die Opfer oft vor dem finanziellen Ruin.
Die Masche: Vertrauen gewinnen, dann abkassieren
Die Täter agieren in der Regel äußerst professionell und bauen über Wochen oder sogar Monate eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Opfern auf. Sie geben sich als erfolgreiche Geschäftsleute, Ärzte oder Ingenieure aus und präsentieren sich als sympathisch und einfühlsam. Sobald sie das Vertrauen des Opfers gewonnen haben, beginnen sie, von vermeintlich sicheren und gewinnbringenden Investitionen zu sprechen, beispielsweise in Kryptowährungen, Aktien oder Rohstoffe.
So funktioniert der Trading-Scam
- Kontaktaufnahme: Die Betrüger suchen auf Dating-Plattformen gezielt nach potenziellen Opfern und nehmen Kontakt auf.
- Vertrauensaufbau: Durch intensive Kommunikation und vermeintlich ehrliches Interesse bauen sie eine emotionale Bindung zu ihren Opfern auf.
- Investment-Vorschläge: Sobald das Vertrauen gefestigt ist, präsentieren sie lukrativ klingende Investment-Angebote.
- Druckausübung: Sie setzen die Opfer unter Druck, schnell zu handeln, um angeblich hohe Gewinne zu erzielen.
- Auszahlungsverweigerung: Sobald die Opfer Geld investiert haben, werden Auszahlungen verweigert oder es werden immer neue Gründe für weitere Einzahlungen genannt.
- Abbruch des Kontakts: Im schlimmsten Fall brechen die Betrüger den Kontakt abrupt ab und verschwinden mit dem Geld.
Die Warnung der bayerischen Justiz
Die bayerische Justiz rät dringend zur Vorsicht bei Investment-Angeboten, die über Dating-Plattformen oder soziale Medien unterbreitet werden. „Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand, den Sie gerade erst kennengelernt haben, anbietet, in riskante Anlageformen zu investieren“, warnt ein Sprecher der Justiz. „Hinterfragen Sie die Angebote genau und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.“
Anzeichen für einen Trading-Scam
- Unrealistisch hohe Renditeversprechen: Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen unrealistisch hohe Gewinne versprochen werden.
- Druck, schnell zu handeln: Betrüger setzen ihre Opfer oft unter Druck, schnell eine Entscheidung zu treffen.
- Fehlende Transparenz: Die Anlageformen sind undurchsichtig und es gibt keine klaren Informationen über die Risiken.
- Aufforderung zu ungewöhnlichen Zahlungsmethoden: Sie werden aufgefordert, Geld über unübliche Kanäle zu überweisen, beispielsweise über Kryptowährungen oder ins Ausland.
- Vermeidung persönlicher Treffen: Die Täter vermeiden persönliche Treffen oder Ausreden, warum diese nicht möglich sind.
Was tun im Verdachtsfall?
- Brechen Sie den Kontakt sofort ab.
- Sichern Sie alle Beweise (Chatverläufe, E-Mails, Kontoauszüge).
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
- Informieren Sie die Dating-Plattform.
- Wenden Sie sich an eine Verbraucherberatungsstelle.
Fazit: Liebe ist schön, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht
Die Suche nach der Liebe im Internet kann eine schöne Erfahrung sein. Doch gerade in der Anonymität des Netzes lauern auch Gefahren. Seien Sie wachsam, hinterfragen Sie Angebote und lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Liebesbekundungen zu unüberlegten finanziellen Entscheidungen verleiten. Denn am Ende zählt nicht nur das Herz, sondern auch der Verstand.
