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Gesundheitsministerium distanziert sich von russischem Impfstoff

Das Bundesgesundheitsministerium blickt skeptisch auf die beschleunigte Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffes in Russland. Es gebe derzeit keine Gespräche des Ministeriums mit russischen Kontakten zu deren Impfstoff-Entwicklung, sagte eine Sprecherin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Deshalb lägen dem Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine Informationen über Zulassungsanforderungen in Russland, den Ablauf eines solchen Verfahrens und rechtliche Rahmenbedingungen vor.

Das Ministerium betont jedoch: „Die Zulassung eines Impfstoffs in Europa setzt neben dem Nachweis der pharmazeutischen Qualität, hinreichende Erkenntnisse aus klinischen Prüfungen zum Beleg von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit voraus.“ Diese Prüfung des Serums in einer großen klinischen Studie – sogenannte „Phase-III-Studien“ – will Russland erst nach der Zulassung beginnen. Davon distanziert sich das Bundesgesundheitsministerium: „Die Durchführung von Phase-III-Studien ist hierbei von besonderer Bedeutung“, sagte die Sprecherin dem RND. „Es muss ein positives Nutzen-Risiko Verhältnis des Impfstoffs nachgewiesen werden, bevor er in der Breite angewendet werden kann.“ In der EU gelte: „der Patientensicherheit kommt höchste Priorität zu“. „Zur Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des russischen Impfstoffs sind hier keine Daten bekannt“, erklärte die Sprecherin weiter.

Foto: Bundesgesundheitsministerium, über dts Nachrichtenagentur

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