Start > Braunschweig > Göttingen: Rückgang der Ausbildungsverhältnisse

Göttingen: Rückgang der Ausbildungsverhältnisse

Beim Jahresrückblick der Agentur für Arbeit Göttingen fiel der Blick vor allem auch auf den Ausbildungsmarkt. So zeigten die die Zahlen des Berufsberatungsjahres 2012/2013 deutlich, dass die Akteure in der Region hier vor Herausforderungen stehen, so Lorenz Böning, Teamleiter der Berufsberatung der Göttinger Arbeitsagentur. Danach waren 3.793 junge Menschen als Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet. Zum 30. September hatten 231 von ihnen weder eine Lehrstelle noch eine andere Alternative gefunden. Auf der anderen Seite stellten Arbeitgeber 2.679 gemeldete Ausbildungsplätze zur Verfügung, von denen 160 nicht besetzt werden konnten.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt wird eigentlich erst so richtig deutlich, wenn man sich die Zahl der 2013 abgeschlossenen Ausbildungsverträge betrachtet. Die Zahl ist erneut deutlich zurückgegangen.“ Das Bundesinstitut für Berufsbildung, so Böning weiter, habe in seiner Erhebung für den Agenturbezirk Göttingen lediglich 2.517 neue Lehrverhältnisse ermittelt. Nach dem Rückgang im letzten Jahr um rund 200 Ausbildungsverträge, der auch auf die hohe Zahl der Lehrverträge im Zuge des doppelten Abiturjahrgangs in Niedersachsen zurückzuführen war, sank die Zahl 2013 erneut um knapp 300 Verträge. Zwar gebe es immer wieder Schwankungen im Drei-Jahres-Rhythmus, der durch den Ausbildungsbeginn in kleineren Betrieben zu erklären sei, die nur einen oder wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Aber dennoch sei der Rückgang vor dem Hintergrund des sich verstärkenden Fachkräftemangels ein Warnsignal, dem sich Wirtschaft und Agentur gemeinsam stellen müssten, so Bönig. „Wir haben im Agenturbezirk einen extrem hohen Anteil an Abiturientinnen und Abiturienten, die eine hohe Studierneigung haben. Doch die Zahlen belegen eindrucksvoll, wie wichtig die Bemühungen um jeden einzelnen Jugendlichen sind, ihm eine Ausbildung zu ermöglichen, wenn wir Fachkräfte für die Region gewinnen wollen.“

„Wir arbeiten daran, junge Menschen beim Übergang Schule – Beruf noch besser zu unterstützen“, ergänzt Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur. Hier werde die Arbeitsagentur mit neuen und erweiterten Angeboten neue Ansätze versuchen, um insbesondere Jugendliche, die ihre Talente nicht unbedingt im schulischen Bereich hätten, zu fördern. Insbesondere auch die jungen Menschen an der Schwelle von Schule und Beruf stehen im Fokus. Gleichzeitig habe man sich entschlossen, die Teilnahme an Veranstaltungen zu verstärken, die der Berufsorientierung und der Vermittlung von Ausbildungsplätzen dienen. Dazu gehören neben dem „GöBIT“ am Samstag, 8. Februar, auch die im September stattfindenden „Spaß am Job“-Messe im Kauf-Park Göttingen und die Einbecker Ausbildungsmesse sowie die noch nicht endgültig terminierte Eichsfelder Berufsfindungsbörse (voraussichtlich im November). Am Mittwoch, 19. März, organisiert die Agentur zudem selbst eine „Ausbildungsbörse“ in ihren eigenen Räumlichkeiten.

Quelle: Göttinger WirtschaftsDienst

Hier nachlesen ...

Söder pocht auf stärkere Bundesbeteiligung an Flüchtlingskosten

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) pocht auf eine stärkere Bundesbeteiligung an den Integrationskosten von …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.