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Günter Fritz: Die Lage der Hypo ist ernst, aber hoffnungslos

Wien - Diese Woche jährt sich die Notverstaatlichung der Kärntner Hypo Alpe Adria zum dritten Mal. Das Management unter Führung von Gottwald Kranebitter hat seitdem viel Aufräumarbeit erledigt und die Bank aus Pleitegefahrstrudeln in weitgehend normales Fahrwasser gebracht.

Das ehemalige Kärntner Landesinstitut, das 2007 mehrheitlich von der Bayern LB übernommen wurde, präsentierte sich Ende 2009 als Trümmerfeld mit einem Haftungsschirm von 22 Milliarden Euro und als Ort, an dem wirtschaftlich nicht nachvollziehbare oder sogar kriminelle Geschäfte getätigt wurden. Mittlerweile laufen rund um die Hypo eine Reihe von Gerichtsverfahren, bei denen es auch schon Verurteilungen gegeben hat.

Weitere Prozesse stehen bevor und die Causa wird die Justiz noch jahrelang beschäftigen - ebenso wie die Steuerzahler. Denn die in einer Nacht-und-Nebelaktion unter Ex-Finanzminister Josef Pröll um drei symbolische Euro verstaatlichte Bank, hat seitdem rund 1,35 Milliarden Euro an direkten Bundeszuschüssen gebraucht, um einigermaßen stabilisiert zu werden.

180 Millionen Euro zahlte das Land Kärnten, 30 Millionen die Grawe. Am Donnerstag wird erneut eine 1,5 Milliarden-Euro-Kapitalspritze formal beschlossen, damit die Eigenkapitalvorschriften der FMA erfüllt werden können.

500 Millionen Euro fließen in Cash, eine Milliarde kommt in Form einer Anleihe, für die der Bund haftet. Und Ende März kommenden Jahres dürften weitere 700 Millionen Euro nötig sein. Dazu kommt noch, dass die Bayern LB noch ausstehende 2,34 Milliarden Euro zurück will, die sie der Bank angeblich als Kredit gegeben hat.

Ein Gutachten der Hypo, wonach es sich dabei um Eigenkapital handeln könnte, wird für diese Woche erwartet. Daraus leitet sich die künftige Linie des Eigentümers, der Republik Österreich, gegenüber den Forderungen der Bayern ab.

Zieht man in Betracht, dass die Hypo unter BayernLB-Eigentümerschaft einen waghalsigen Expansionskurs gefahren und Milliardenrisiken aufgebaut hat, ist der Republik ein konsequentes Auftreten anzuraten.

Auch wenn die Hypo seit der Notverstaatlichung sieben Milliarden Euro Volumen abgebaut und notleidende Kredite auf zehn Milliarden Euro reduziert hat, sind die Probleme nicht kleiner geworden. Zu sagen, die Lage der Hypo ist ernst, aber hoffnungslos, ist zwar zugespitzt, aber nicht so weit von der Realität entfernt.

Das konjunkturelle Umfeld, das sich sukzessive verschlechtert hat und die Krise der Finanzwirtschaft machen derzeit nicht nur Gewinne für die Hypo illusorisch - sie erschweren auch den geplanten Verkauf der Banktöchter in Österreich, Italien und Südosteuropa enorm. Und belasten die Steuerzahler damit weiter.

ots-Originaltext Presseaussendung unter ausschliesslicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.

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