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Gut versichert: Teil 11 – Berufshaftpflichtversicherung ist sehr wichtig für Unternehmen

Im privaten Sektor werden Schäden, welchen anderen Privatpersonen zugefügt werden, über eine private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Für den beruflichen Bereich gibt es dafür die Berufshaftpflichtversicherung. Beispielsweise können dies Schadensfälle im freiberuflichen oder selbstständigen Sektor sein. Insofern ein Anwalt bspw. eine Frist verpasst oder die Ärztin eine falsche Diagnose ausstellt, kommt die Berufshaftpflichtversicherung zur Geltung.

Für welche Berufsgruppen ist die Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll?

Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl an Berufsgruppen, welche aufgrund der hohen potenziellen Risiken per Gesetz oder aufgrund von Vorgaben der Berufskammern verpflichtet sind, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Die Berufsgruppen mit dieser Anforderung sind zum Beispiel Ärzte oder Rechtsanwälte.

Die vollständige Liste aller Berufe mit einer gesetzlichen Pflicht zur Berufshaftpflichtversicherung folgt:

  • Rechtsanwälte
  • Notare
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • Ärzte
  • Versicherungsvermittler (nach §34d Gewerbeordnung)
  • Immobilienkreditvermittler (nach §34i Gewerbeordnung)
  • Architekt (abhängig vom jeweiligen Bundesland)

Viele Berufsfelder, für die es keine Verpflichtung zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung gibt, sollten ernsthaft über diese Versicherung nachdenken. Grundsätzlich liegt die Haftung für alle freiberuflich oder selbstständig arbeitenden Personen bei verursachten Schäden bei dem jeweiligen Verursacher. In nahezu jeder Berufsgruppe gibt es ein nicht unerhebliches Risikopotenzial, sodass im Schadensfall ein hoher Schaden entstehen kann. Weitere Informationen finden Sie hier.

Was wird über die Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt?

Mit dieser Versicherung werden finanzielle Schäden abgesichert, welche anderen Personen durch die berufliche Tätigkeit zugefügt werden. Dabei sind in den meisten Versicherungspolicen Personen- und Sachschäden enthalten, wobei in vielen Berufsgruppen auch von einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung gesprochen werden kann. Ist das Unternehmen im Dienstleistungssektor tätig, sind die Schäden nicht auf Basis von Produkten, sondern im Zusammenhang mit Beratungen oder anderen Dienstleistungen abgesichert.

Ergänzend dazu ist eine Berufshaftpflichtversicherung dahingehend hilfreich, dass ggf. aufkommende, unberechtigte Forderungen gegen das versicherte Unternehmen abgewehrt. Weiterhin übernimmt die Versicherung die in dieser Konstellation entstehenden juristischen Kosten, wie für den Anwalt oder die Kosten des Verfahrens.

Da jede Berufsgruppe eigene Berufsrisiken mit sich bringt, sollte bei der Vertragsabwicklung exakt auf die individuellen Bedürfnisse geachtet werden.

Was ist im Zusammenhang mit einer Berufshaftpflichtversicherung wichtig zu wissen?

In einigen Versicherungspolicen werden ausschließlich Vermögensschäden abgedeckt. In diesem Fall ist eine Erweiterung mit einer Betriebs- oder Bürohaftpflichtversicherung überlegenswert, um auch für etwaige Sach- oder Personenschäden abgesichert zu sein.

Grundsätzlich gibt es bei jeder Berufshaftpflichtversicherung eine Sonderkündigungsmöglichkeit, wenn das Geschäft aufgegeben werden muss oder eine Insolvenz ansteht. Im Gegensatz zu der gewerblichen Rechtsschutzversicherung gibt es bei der Berufshaftpflichtversicherung keine Wartezeit. Somit greift die Versicherung sofort mit dem Vertragsabschluss.

Was ist der Unterschied zwischen einer Betriebs- und Berufshaftpflicht­versicherung?

In beiden Versicherungsarten werden die Kosten im Zusammenhang mit Personen- und Sachschäden abgesichert. Im Gegensatz zu der Betriebshaftpflichtversicherung kann mit einer Berufshaftpflicht auch der ausschließlich finanzielle Schaden (Vermögensschäden) abgesichert werden. Somit lässt sich zusammenfassend sagen: Die Berufshaftpflichtversicherung kann Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden abdecken. Bei der Betriebshaftpflichtversicherung sind keine Vermögensschäden abgesichert. Bei einer Vermögenshaftpflichtversicherung sind ausschließlich die Vermögensschäden enthalten.

Welche Kosten sind bei einer Berufshaftpflichtversicherung zu erwarten?

Die Beiträge für die Versicherung können stark variieren. Die Höhe der Kosten sind insbesondere von der Unternehmensart und den damit verbundenen betrieblichen Risiken abhängig. Als weiterer Kostenparameter wird von vielen Versicherern der Umsatz mit berücksichtigt. Ergänzend dazu ist die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig, um das potenzielle Risiko kalkulieren zu können. Die Versicherungspolicen sind von vielfältigen Parametern abhängig. So können bspw. die Höhe der Selbstbeteiligung oder die Höhe der Lohnkosten weitere Einflussfaktoren sein.

Die Höhe der Versicherungssumme kann von wenigen Euro bis in den hohen vierstelligen Euro-Bereich abweichen. Wichtig ist in jedem Fall ein Vergleich mit mehreren Versicherungen, da die Kosten immer individuell für jedes Unternehmen berechnet werden. Die Kosten sind selbstverständlich auch von den integrierten Leistungen beeinflusst. So gibt es Policen mit vergleichsweise geringen Deckungssummen, welche auch einen niedrigeren monatlichen Beitrag nach sich zieht. In Bezug auf die Höhe der gewünschten Deckungssumme ist die Höhe des Risikos entscheidend. Grundsätzlich sollte die Berufshaftpflichtversicherung alle potenziellen Schäden abdecken, sodass insbesondere große Unternehmen mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine möglichst hohe Deckungssumme vereinbaren sollten. Auch kleinere Unternehmen sichern sich mit der Berufshaftpflichtversicherung gegenüber vielen Risiken ab, welche im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstehen.

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