Handelsstreit mit China: BDI-Präsident Grillo warnt vor Eskalation

Berlin – Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hat vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen der EU und China gewarnt. „Vor Einleitung von Anti-Dumping-Verfahren gegen China sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, auf dem Verhandlungsweg Lösungen zu finden“, sagte Grillo mit Blick auf die jüngsten Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und China am Sonntag. Die EU-Kommission müsse prüfen, „ob sie wirklich genug auf dem Verhandlungswege unternommen hat“.

Der BDI ermuntere „die Bundesregierung, dabei nachdrücklich auf die Kommission einzuwirken. Strafzölle schaden beiden Seiten“, betonte Grillo. „Die deutsche Industrie ist mit ihrem hohen Exportanteil auf offene Märkte angewiesen. Weitere Schritte der Marktöffnung in China und die faire Beteiligung europäischer Firmen an öffentlichen Ausschreibungen in China würden viel zur Entschärfung der Situation beitragen.“ Der für Ende Mai geplante Deutschland-Besuch des neuen chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang wäre laut BDI ein geeigneter Zeitpunkt, neue Signale der Marktöffnung zu setzen. Die EU-Kommission hatte den Mitgliedsländern der EU jüngst Anti-Dumping-Maßnahmen gegen China vorgeschlagen: So sollen die Strafzölle auf Solarmodule aus China ab 6. Juni für sechs Monate gelten und im Durchschnitt 47 Prozent betragen. Die chinesische Regierung drohte daraufhin bereits mit Gegenmaßnahmen. Die EU-Kommission will zudem prüfen, ob auch Anti-Dumping-Ermittlungen gegen chinesische Telekommunikationsausrüster geführt werden.

Foto: Ulrich Grillo, über dts Nachrichtenagentur

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