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Hess AG: Verluste höher als erwartet

LED LeuchteBerlin – Die Verluste der insolventen Hess AG, die über Jahre angesammelt wurden, scheinen die Prognosen zu übertreffen. Insolvenzverwalter Volker Grub gab bekannt, dass die Bilanzen von 2007 bis 2012 um mindestens 45 Millionen Euro nach unten korrigiert werden müssten. Scheinrechnungen, die den Umsatz manipulieren sollten, kamen bei den Untersuchungen ebenso an das Tageslicht wie nicht bilanzierte Risiken und Wertkorrekturen.

Die jahrelange Talfahrt

Seit 1974 produzierte Jürgen G. Hess eigene Leuchten, unter anderem Nostalgie-Straßenbeleuchtungen. 1986 begann er, Stahl zu bearbeiten und entwickelte eine eigene Lichttechnik. Gemeinsam mit Designern wurde eine eigene Linie kreiert. 2003 stieg er auch in die LED-Technologie ein. 2007 übernahm sein Sohn Christoph Hess das Unternehmen, das nunmehr als Hess Form + Licht GmbH geführt wurde. Es kam 2007 zur Übernahme des Leuchtenherstellers Vulkan und 2012 wurde die emdelight GmbH erworben. Für das Unternehmen war emdelight ein wichtiger Schritt hin zur Architekturbeleuchtung. Seit diesem Jahr war Hess im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Im Januar 2013 wurden die Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler vom Aufsichtsrat abgesetzt. Der Verdacht auf Bilanzmanipulation wurde laut und die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität begann mit Ermittlungen.

Insolvenz als Folge

Im Februar 2013 beantragte die Hess AG sowie ihre Tochter Hess Lichttechnik GmbH die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Insolvenzverwalter lagerte die Entwicklung und Produktion aus, sie wird von der Hess GmbH Licht + Form weitergeführt. Die Hess GmbH selbst wurde vom Insolvenzverwalter aufgelöst. Als sich die Verdachtsmomente durch die Staatsanwaltschaft erhärteten, leitete der Insolvenzverwalter einen Asset Deal ein. Die Tochtergesellschaft Vulkan wurde dabei von der niederländischen Investorengruppe Nordeon übernommen. Das Werk Löbau der ebenfalls insolventen Tochter Hess Lichttechnik GmbH wurde geschlossen und 80 Mitarbeitern gekündigt. Im August 2013 übernahm Nordeon schließlich die komplette Hess AG samt allen vorhandenen Vermögenswerten und die in Schweden ansässige Vertriebsgesellschaft sowie den US-Produktionsstandort in Gaffney. Hieß es seitens der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zunächst, dass der Schwerpunkt auf den Bilanzen der Jahre 2011 und 2012 liege und eine Ausweitung der Ermittlungen nicht geplantsei, dürfte sich Situation nun anders zeigen. Die Jahrgänge wären besonders wegen des Börsengangs wichtig, da Verstöße gegen das Aktienrecht ausgeschlossen werden sollten. Nunmehr überrascht Insolvenzverwalter Volker Grub mit der Mitteilung, dass die Bilanzen ab 2007 korrigiert werden müssen. Die falschen Bilanzen dürften sich somit nicht nur auf die beiden Jahre beschränken. Inzwischen wird gegen 17 Tatverdächtige ermittelt.

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