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Historiker wirft Netanjahu „Hasskampagne“ vor

Der deutsch-israelische Historiker Moshe Zimmermann hat die Wahlkampagne des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als „Hasskampagne“ gegen israelische Araber kritisiert. „Seine Wahlpropaganda richtete sich gegen jede Art von Zusammengehen mit den israelischen Arabern, die etwa 25 Prozent der Bevölkerung sind. Das ist eine Hasskampagne“, sagte Zimmermann am Dienstag im Deutschlandfunk.

Es sei eine „Kampagne unter der Gürtellinie“ gewesen. Sie habe versucht, die Justiz in Israel unter Druck zu setzen. „Das war alles richtig für die israelische Gesellschaft und deswegen hat er diesmal einen großen Vorsprung gegenüber der zweiten Partei, gegen die blauweiße Partei“, so der Historiker. Alle, die für Netanjahu seien, seien auch für die Annexion der besetzten Gebiete. „Das ist das Entscheidende in diesem Fall. Netanjahu steht für eine Denkrichtung, eine Politik der Annexion der Westbank, der Fortsetzung der Siedlung.“ Dafür habe er beinahe eine Mehrheit. Für die meisten Israelis sei „die Korruptionsaffäre nicht mehr als eine Art von unfairem Spiel gegenüber Netanjahu“. Deswegen erhalte er diese Unterstützung, sagte Zimmermann. Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt Netanjahus Likud-Partei nach der Parlamentswahl am Montag auf 36 Mandate in der Knesset. Das Mitte-Bündnis seines Herausforderers Benny Gantz kommt wohl auf 32 Sitze. Für eine Regierungsmehrheit reicht es für beide Lager aber wohl nicht.

Foto: Benjamin Netanjahu, über dts Nachrichtenagentur

 

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