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Ifo-Geschäftsklimaindex fällt auch im September weiter

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September von nachträglich korrigierten 99,6 auf 98,8 Punkte gesunken. Das teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Freitag mit. Der vielbeachtete Index sank damit noch tiefer, als von Experten erwartet, die 98,9 bis 99,0 Punkte prognostiziert hatten – und außerdem zum dritten Mal in Folge.

Die Unternehmen waren nicht nur weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, Sie blicken auch skeptischer auf die kommenden Monate. Die Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten bremsen demnach die deutsche Konjunktur. „Die Industrie erlebt eine Flaschenhals-Rezession“, hieß es vom Ifo-Institut. Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex noch deutlicher gefallen. Ein stärkerer Rückgang war zuletzt im Mai 2020 beobachtet worden. Auch der große Optimismus bei den Erwartungen aus dem Frühjahr ist nahezu verschwunden, heißt es in München. „Die Auftragsbücher sind noch immer gut gefüllt, aber die Neubestellungen flachen ab.“ Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima gegen den allgemeinen Trend verbessert. „Dies war auf deutlich zuversichtlichere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen“, so das Ifo-Institut. Die aktuelle Lage beurteilten sie jedoch etwas schlechter. Im Gastgewerbe und Tourismus ist nach der großen Skepsis im Vormonat eine gewisse Zuversicht zurückgekehrt. In der Logistik trübten sich die Aussichten hingegen ein, im Gleichklang mit der Industrie. Im Handel blieb der Index nahezu unverändert. Während die Händler mit ihrer aktuellen Lage etwas zufriedener waren, nahm der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate etwas zu. Eine große Mehrheit der Händler berichtete von Lieferproblemen bei der Beschaffung. Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima gegen den Trend verbessert – und das sogar deutlich. Die Beurteilung der aktuellen Lage stieg auf den höchsten Stand seit März 2020. Auch die Erwartungen hellten sich merklich auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Er basiert auf circa 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels sowie des Bauhauptgewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Büro-Hochhaus, über dts Nachrichtenagentur

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