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In Fischen wird man jetzt von einem Roboter bedient

„Geschlossen wegen Personalmangels“: Immer häufiger sind Betreiber von Restaurants und Gastwirtschaften gezwungen, die Öffnungszeiten zu reduzieren oder gar ganz zu schließen. Abhilfe schaffen könnte ein Service-Roboter. So einer, wie er schon in Fischen in der Fiskina-„Speisegalerie“ bei Anton Schöll im Einsatz ist.

Roboter zum streicheln
Streichelt man dem Service-Roboter genannt „Bella“ sanft über die zwei angedeuteten Ohren, belohnt er die Streicheleinheiten mit einem sanften Miauen. Der weiße Roboter mit dem angedeuteten Gesicht ist 1,30 Meter groß und könnte die Gastrobranche bald revolutionieren: „Für uns ist es eine Investition in die digitale Zukunft.“ Das hält Schöll für wichtig aufgrund steigender Kosten und auch wegen Personalmangels.

Seit zwei Wochen, ist Roboter „Bella“ in der Speisegalerie im Einsatz. Mit Beginn der Corona-Krise hat Schöll begonnen seine Gaststätten – er betreibt mehrere Restaurants im Ort – digital aufzurüsten. In der Küche gebe es schon seit längerer Zeit „keinen Papierkrieg mehr mit irgendwelchen Bons. Bei uns hat jeder Koch ein eigenes Tablet und bekommt so direkt alles in Echtzeit. Dadurch wird die Arbeit erleichtert. Auch können Gäste Tische online reservieren“, sagt der 35-jährige Gastronom aus Fischen.

Testfahrten in der Nacht
Aber der Einsatz von Roboter „Bella“ habe sich hingezogen. Schöll erzählt, dass ein Servicetechniker zunächst die Räumlichkeiten ausmessen musste, um so den Roboter „beizubringen“, welche Wege er zurücklegen muss. „Bella“ wurde entsprechend programmiert und es folgten Testfahrten, die meist nachts stattfanden. Via Laser finde sich der 20.000 Euro teure Roboter zurecht. Nach zwölf Stunden muss er aufgeladen werden. „Bella“ ist mit mehreren Sensoren ausgestattet, um Hindernisse zu erkennen.

Erstes Gerät im Allgäu
Produziert wurde der 1,30 Meter große Roboter in China. Rund 20 Geräte sind laut Schöll aktuell in Deutschland im Einsatz. Südlich von München sei er der erste Besitzer eines Service-Roboters. Die Befüllung von „Bella“ sei recht einfach, schließlich soll der Service-Roboter ja das Personal unterstützen – und ihm keine Konkurrenz machen. Der Roboter habe vier Ablageflächen, das Katzengesicht sei gleichzeitig auch ein Touchscreen. Durch Tippen kann dort das Personal die Aufträge eingeben, beispielsweise die Tischnummer. Sensoren verhindern, dass das Gerät aneckt.

„Vorsicht bitte, ich muss hier durch“
Und wenn jemand im Weg steht, warnt der Roboter die Person sogar mit Worten: „Vorsicht bitte, ich muss hier durch“, ist dann zu hören. Auf „Bellas“ Rückseite ist ein LED-Anzeige eingebaut, die den Weg, den der Roboter zurücklegt, anzeigt. Wenn „Bella“ mit Essen und Getränken beladen am Tisch ankommt, können die Gäste den Roboter selbst entladen. „Oder aber eine Servicekraft von uns entnimmt Speisen und Getränke und serviert sie.“ Der Roboter sei aber auch in der Lage, Gästen den Weg zur Toilette, zu den Wickelräumen oder in die Küche zu zeigen.

Vielzahl von Sensoren
Damit „Bella“ sicher zum Tisch und wieder zurückkommt, ist sie nicht nur mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet, sondern warnt auch Gäste, die ihr im Weg stehen. „Die Reaktionen auf unsere Service-Roboter in der Speisegalerie sind überwiegend positiv. Vor allem erleichtert der Helfer unserem Gastropersonal die Arbeit, weil die Teller und Getränke nicht mehr so weit getragen werden müssen“, hält Schöll fest.

Angst ist überflüssig
Die Angst, dass der Roboter das Personal in Zukunft überflüssig machen könnte, sei unbegründet, sagt Schöll. „Der Roboter kann definitiv keine Bedienung ersetzen.“ Das sei auch nicht Sinn und Zweck der Investition. Der Roboter soll lediglich das Personal unterstützen. „Seitdem wir den Betrieb digitalisiert haben, finden wir auch wieder mehr Personal,“ sagt der 35-jährige.

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