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Innenpolitiker fürchten Zunahme von Corona-Verschwörungstheorien

Mehrere Innenpolitiker warnen vor einer Zunahme von Verschwörungstheorien in der Coronakrise. „Die Vorstellung, dass die Pandemie bewusst herbeigeführt wurde, um das Volk zu kontrollieren, und dahinter Bill Gates oder andere vermeintlich finstere Mächte stecken, reicht bis weit in die Mitte der Gesellschaft“, sagte der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) dem „Spiegel“. Hier kippe der Protest „schnell ins Antisemitische“.

Auch die Demonstrationen auf den Straßen bereiten dem derzeitigen Vorsitzenden der Innenministerkonferenz teilweise Sorgen. „Wenn Menschen Kritik üben, ist das selbstverständlich in Ordnung“, so Maier. „Was uns alarmiert, ist der Versuch von Extremisten, die Proteste zu kapern.“ Der SPD-Politiker will das Thema daher auf die Tagesordnung der nächsten Innenministerkonferenz setzen. „Das Gefährliche daran ist, dass diese Leute mit ihren kruden Thesen auch Menschen erreichen, die eigentlich fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen“, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) dem „Spiegel“. Die ließen sich dann für die Verbreitung von Verschwörungstheorien instrumentalisieren. Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, beobachtet einen „weltweiten Informationskampf“ in der Coronakrise. Das Ministerium hat nach eigenen Angaben zu Beginn der Pandemie erst einen Anstieg von Desinformation und Propaganda aus dem Ausland festgestellt. Mittlerweile verbreiten sich Verschwörungstheorien auch im Inland. „Hier müssen wir dagegenhalten, mit Fakten, Transparenz und einer Verteidigung der Wissenschaft“, sagte Kerber dem „Spiegel“.

Foto: Frau mit Schutzmaske in einer S-Bahn, über dts Nachrichtenagentur

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