Intelligente Stromnetze „sparen“ bares Geld

Obwohl der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix steigt, fehlt es noch an Konzepten, wie diese sinnvoll genutzt und gespeichert werden können. Der Grund: Die Menge an Energie, welche beispielsweise Sonne und Wind liefern, ist starken Schwankungen unterworfen. Unter anderem hängt die Strommenge von Tageszeit, Witterung und Jahreszeit ab. Bei Sonnenschein am wolkenlosen Himmel und starkem Wind wird eine wahre Stromflut ins Netz eingespeist, während in den Nachtstunden oder bei einer Flaute der Energienachschub ausbleibt.

Dieses Problem lässt sich mit „Smart Grids“ lösen. Unter diesem Begriff versteht man intelligente Stromnetze, die mit den Stromverbrauchern, etwa Endgeräten, verbunden sind. Diese Technologie könnte schon in wenigen Jahren alltagstauglich sein. So fördert das deutsche Wirtschaftsministerium die Einführung intelligenter Stromnetze im Rahmen des Web2Energy-Projektes in sechs Modellregionen. Ziel ist es, dass das intelligente Stromnetz den Verbrauchern mitteilt, wann die Tarife günstig sind, weil die Stromerzeugung gerade auf vollen Touren läuft. Natürlich teilt das Netz auch mit, wenn der Strom knapp und somit teurer ist. Die Verbraucher können von dieser Technologie dadurch profitieren, dass sie energieintensive Aktivitäten in Zeiten günstigen Stroms legen. Je nachdem, wie viel Strom sie verbrauchen, können sie dadurch mindestens einen zweistelligen Betrag pro Jahr sparen.

Intelligente Stromnetze: Heizen, wenn der Strom günstig ist

Natürlich hat der Einsatz von intelligenten Stromnetzen auch seine Grenzen: Geräte wie der Kühlschrank müssen ständig laufen und die Beleuchtung wird ohne Rücksicht auf den aktuellen Tarif auch nachts gebraucht. Andere Geräte lassen sich aber sehr wohl nach dem aktuellen Stromangebot einsetzen. Dazu gehören Wärmepumpenheizungen, die einen Pufferspeicher besitzen.

Diese Pumpe deckt ihren Strombedarf nur etwa zu einem Viertel aus dem Stromnetz. Den Großteil der Wärme gewinnt sie aus Wasser, Luft oder dem Erdreich. Wärmepumpen der neuesten Generation, etwa vom Hersteller Ochsner, besitzen schon jetzt die Technik, damit sie an intelligente Stromnetze angeschlossen werden können. Die Verbraucher können mit diesen Geräten also die jeweils günstigsten Stromtarife nutzen und dadurch eine Menge Geld sparen.

Diese Wärmepumpen funktionieren nach einem ganz einfachen Prinzip: Im Normalbetrieb heizt die Wärmepumpe das Heizwasser auf eine Temperatur von 35 bis 50 Grad auf. Sobald das intelligente Stromnetz einen günstigen Tarif meldet, fährt die Wärmepumpe den Pufferspeicher auf eine höhere Temperatur hoch, etwa 65 Grad. Während der Niedrigtarifphase legt die Pumpe selbstständig einen Vorrat an Wärme an. In den Zeiten, in welchen der Strompreis hoch ist, schaltet die Wärmepumpe auf Stand-by. Die Wärme für die Heizung liefert dann der Speicher. Dank dieser einfachen Methode steht den Verbrauchern ein größeres finanzielles Budget zur Verfügung. Experten schreiben den Wärmepumpen daher eine wichtige Rolle zu, da die Umwandlung des Stroms in Wärme zudem wesentlich besser funktioniert als beispielsweise die Speicherung in Batterien. Wärmepumpen mit SmartGrid haben zudem die nötigen Voraussetzungen, um in Zukunft zusätzlich auch von den intelligenten Stromnetzen zu profitieren.

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