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IT-Sicherheitsexperten: Hacker-Warnung ist politisch motiviert

IT-Sicherheitsexperten vermuten hinter der Warnung von Großbritannien und den USA vor einer weltweiten Cyberattacke aus Russland einen politischen Hintergrund. „Router sind ein beliebtes Ziel aller Nachrichtendienste der Welt, deshalb riecht die sehr allgemeine Warnung nach Doppelmoral“, sagte der Cybersicherheitsexperte Sandro Gaycken von der Managementhochschule ESMT dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Es versuche wirklich jeder Geheimdienst, genau dort hineinzukommen.

„Die USA und Großbritannien streiten aktuell mit Russland ja über vieles, etwa über die Giftgasattacken in Syrien und das Attentat auf den früheren Geheimdienstmitarbeiter Skripal.“ Am Dienstag hatten das britische nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz erklärt, dass russische Hacker in großem Stil Netzwerk-Infrastrukturen infiltriert hätten. „Dass ein Staat Schwachstellen in Routern ausnutzt, ist nicht überraschend“, sagte Sven Herpig, Cybersicherheitsexperte beim Thinktank Stiftung Neue Verantwortung dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Router seien als Angriffsstellen prädestiniert, weil dort viele Informationen durchlaufen und sie einfach mitgelesen oder umgeleitet werden können, wenn sie unverschlüsselt sind. „Ich vermute, dass der Zeitpunkt der Meldung zu einem bestimmten Teil auch politisch ist“, so Herpig. Es könne allerdings auch sein, dass die Behörden in Großbritannien und den USA zwar schon länger an dem Fall arbeiten, aber erst jetzt alle Informationen hatten, um die Öffentlichkeit zu informieren. Cyberexperte Herpig sieht auch andere Staaten unter möglichen Opfern: „Man kann davon ausgehen, dass von diesen Angriffen auch andere Staaten betroffen sind und nicht nur Großbritannien und die USA.“

Foto: Frau an einem Laptop, über dts Nachrichtenagentur

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