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IW-Chef kritisiert Umgang der Politik mit Autokonzernen

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat die deutsche Politik für den Abbau Tausender Stellen in der Automobilindustrie verantwortlich gemacht. "Die Jobs fallen nicht wegen Corona weg, sondern weil die Politik bei der Einsparung von CO2-Emmissionen fast ausschließlich auf die Abschaffung des Verbrennungsmotors fokussiert", sagte Hüther dem Nachrichtenportal T-Online. Er halte es für falsch, dass die Klimapolitik "andere nationale CO2-Quellen wie den Hausbrand" vernachlässige und "die internationale Dimension von Energieerzeugung und -verbrauch" nicht stärker adressiere: "Das hilft dem Klima wenig, bringt aber unseren Wohlstand in Gefahr."

Derweil glaubt Hüther nicht, dass es im Zuge der Coronakrise zu massenhaften Insolvenzen kommen wird. "Diese Gefahr sehe ich nicht. Die Zahl der Insolvenzen wird zwar sicherlich etwas steigen", sagte er. "Eine richtige Insolvenzwelle aber wird es nicht geben." Als Grund nannte er die vergleichsweise gute finanzielle Situation vieler Unternehmen, die auch ein reihenweises Platzen von Krediten verhindere. "Corona wird keine Bankenkrise auslösen", so Hüther. "Und der Staat muss deshalb auch nicht wie in der Finanzkrise 2008 und 2009 Banken retten, indem er sich an ihnen beteiligt." Gleichwohl sei der Staat bei der Luftfahrt gefordert, wie zuletzt auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) anbrachte. "Die Lufthansa ist für Deutschland kritische Infrastruktur", sagte Hüther. "Wir wollen und müssen global angebunden sein - und das funktioniert nur mit einem nationalen Hub, und der hängt an einer nationalen Airline. Ich denke, eine Staatsbeteiligung war deshalb volkswirtschaftlich gerechtfertigt." (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Straßenverkehr, über dts Nachrichtenagentur

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