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Kassenzahnärzte warnen vor Versorgungsengpässen auf dem Land

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat vor einem Zahnarztmangel auf dem Land gewarnt. „Fakt ist, dass die Kollegen im ländlichen Raum in allen Bundesländern heute sagen, dass ihre Praxen nicht mehr verkäuflich sind. Sie finden keinen Nachfolger mehr“, sagte KZBV-Chef Wolfgang Eßer dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe).

Gerade in den ostdeutschen Bundesländern gebe es besonders viele Zahnärzte im Alter von über 50 Jahren, bundesweit seien dies insgesamt knapp 50 Prozent aller Zahnärzte. Zwar werde genügend Nachwuchs ausgebildet, der orientiere sich aber stärker in den städtischen Raum. Für die Entwicklung macht Eßer die wachsende Rolle von Finanzinvestoren auf dem deutschen Dentalmarkt verantwortlich, die mit ihren Großpraxen in Ballungsgebieten den Nachwuchs aus der Fläche abziehen würden.

Nach Angaben der KZBV stieg die Zahl der sogenannten Zahnmedizinischen Versorgungszentren in den vergangenen drei Jahren von unter 30 auf rund 550 an. Ende März 2018 befanden sich rund 79 Prozent dieser Großpraxen in städtischen Gebieten und rund 21 Prozent auf dem Land. Kaum Gründungen gab es in den ostdeutschen Bundesländern. Finanzinvestoren drängen auf den lukrativen Zahnarztmarkt in Deutschland, seit die Gründung von Zahnmedizinischen Versorgungszentren 2015 ermöglicht wurde. Die Investorengruppen vertreten die Auffassung, dass sie die flächendeckende Versorgung erst in Zukunft sichern würden. „Gerade in ländlichen Gebieten können Zahnarztketten die Versorgung sicherstellen, weil sie Praxen übernehmen, für die es sonst vielleicht keine Nachfolger geben würde“, sagte etwa Thomas Bäumer, Deutschland-Chef von Colosseum Dental, dem „Handelsblatt“. Das Interesse junger Zahnärzte an einer Niederlassung sinke. Dies liege nicht zuletzt daran, dass immer mehr Frauen in den Beruf kämen, die mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft ein Angestelltenverhältnis bevorzugen würden.

Foto: Bauer auf Traktor, über dts Nachrichtenagentur

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