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Kinderschutzbund lehnt bundesweite Missbrauchs-Datenbank ab

Der Vorstoß der CDU-Landtagsfraktion in NRW, eine bundesweite staatliche Datenbank für Verdachtsfälle von Missbrauch und Misshandlung einzuführen, stößt auf Kritik. „Ich habe die große Sorge, dass eine solche Datei dazu führt, dass Eltern mit ihren Kindern den Arztbesuch meiden, weil sie Angst haben, dort aufzutauchen. Das halte ich für kontraproduktiv“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, der „Rheinischen Post“.

Zudem versuche die CDU zu regeln, was es längst gebe, sagte Hilgers in Bezug auf die geplanten Ausnahmen bei der ärztlichen Schweigepflicht. „Entsprechende Ausnahmen bei der Schweigepflicht sieht das Strafgesetzbuch vor, und auch im Kinderschutzgesetz sind entsprechende Paragrafen enthalten. Ärzte können sich schon heute – nur bei einem schlechten Bauchgefühl – anonymen Rat einholen und sind, wenn sich der Verdacht erhärtet, sogar dazu verpflichtet, die Behörden einzuschalten, um das Kindeswohl nicht zu gefährden“, sagte der Kinderschutzbund-Präsident. Natürlich könnten und müssten diese Regelungen verbessert werden. Das grundsätzliche Problem sieht der Präsident des Kinderschutzbundes darin, dass die Kinderärzte zu wenig Zeit für ihre Patienten hätten und am schlechtesten vergütet würden. „Wenn man etwas verbessern will, dann muss man sie auch für Beratungsgespräche, Netzwerktreffen und Fortbildungen entlohnen“, sagte Hilgers.

Foto: Kinder, über dts Nachrichtenagentur

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