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Kipping verlangt Weihnachtsgeld für Sozialleistungsempfänger

Linken-Chefin Katja Kipping hat gefordert, auch Beziehern von Sozialleistungen und Beschäftigten im Niedriglohnsektor, die aufstocken müssen, ein Weihnachtsgeld zu zahlen. "Alle Menschen im Leistungsbezug sollten Weihnachtsgeld erhalten, in Höhe von 50 Prozent ihrer monatlichen Bezüge", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). "Dieses Recht auf einen Weihnachtsbonus sollte es nicht nur für Erwerbslose, sondern auch für Menschen mit niedrigen Löhnen geben, die über Grundsicherung oder Wohngeld ihr Einkommen aufstocken müssen."

Viel zu wenige Menschen bezögen Weihnachtsgeld. Sinkende Tarifbindung sei ein Grund dafür. Doch selbst dort, wo es Tarifverträge gebe, sei das Weihnachtsgeld keine Selbstverständlichkeit mehr. In diesem Jahr sei das angesichts der Corona-Pandemie ein besonderes Problem, so die Linken-Chefin. Denn zahlreiche Menschen seien in Kurzarbeit, für Sozialleistungsempfänger seien die Ausgaben gestiegen. "Für die Feiertage wird da in diesem Jahr ganz besonders das Geld für Geschenke, Weihnachtsbaum oder das Festessen zu Hause fehlen", beklagte sie. Hier müsse man Abhilfe schaffen. Das Statistische Bundesamt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass 87,4 Prozent aller Tarifbeschäftigten ein Weihnachtsgeld erhalten. Unter allen Arbeitnehmern ist es laut einer Auswertung des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über das das RND berichtet, jedoch nur gut jeder Zweite (53 Prozent). In Ostdeutschland bekommen 90 Prozent der Tarifbeschäftigten ein Weihnachtsgeld ausgezahlt, nach 86,4 Prozent im Jahr zuvor. In Westdeutschland bleibt der Anteil bei 87 Prozent stabil. Die höchsten tariflich vereinbarten Entgelte gibt es der Statistik zufolge in der Erdöl- und Erdgasgewinnung mit 5.910 Euro für jeden Beschäftigten. Leiharbeiter haben hingegen nur einen Anspruch auf 364 Euro. Im Gebäudereinigerhandwerk wird gar kein Weihnachtsgeld gezahlt. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station, über dts Nachrichtenagentur

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