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Kleines Jubiläum und große Erfolge: Jugend der TV-Leichtathletik trotzt der Corona-Einschränkungen mit kreativem Trainingsfleiß

Geisenfeld – Erstmals Gold, zweimal Silber und eine Mannschaftsmedaille, errungen bei der Oberbayerischen Meisterschaft im Blockwettkampf in Aschheim: Die jungen Leichtathleten des TV Geisenfeld feiern das kleine Jubiläum des „Neustarts“ der Abteilung mit ihren bisher größten sportlichen Erfolgen. Und dies trotz Corona. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen nicht nur im Sportsgeist. Es ist erst fünf Jahre her, da haben Nicola und Klaus Scheffczik begonnen, die Leichtathletik-Abteilung vor Ort quasi „von Null“ wieder aufzubauen. „Wir haben Flyer verteilt und richtig die Werbetrommel gerührt“, erzählt Nicola und blickt nicht ohne Stolz auf mittlerweile 90 Kinder und Jugendliche in vier Trainingsgruppen von 5 bis 14 Jahren. Sogar ein gemischtes Stabhochsprung-Team gehört dazu. „Eigentlich sollte heuer wegen der großen Nachfrage eine weitere Gruppe an den Start gehen, aber wegen Corona mussten wir dieses Vorhaben erst einmal verschieben“, so die 40-Jährige. Zehn Trainer zählt die Abteilung, seit Herbst 2019 ist mit Andreas Koller ein weiterer erfahrener Schüler- und Jugendtrainer mit im Boot. Und dann sind da noch etliche engagierte Eltern, die den Übungsbetrieb unterstützen. Gemeinsam setzen sie auf die richtige Mischung aus Freude an der Bewegung und sportlicher Leistungsbereitschaft. Der erste Lockdown im Frühjahr hat die jungen Leichtathleten aus Sicht Scheffcziks „sehr hart getroffen“. Gerade hatten sie „extrem intensiv“ für die Teilnahme am Hallenwettkampf beim Werner- von- Linde Sportfest in München trainiert, als dieses wegen der Pandemie abgesagt wurde. Und nicht nur das. Ab März hieß es ja zunächst aus sportlicher Sicht: „Nichts geht mehr“. Aber, wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. „Wir haben die Jugendlichen motiviert, bei verschiedenen Aktionen mitzumachen“, erklärt die Trainerin. Da war das Online-Projekt „Lauf weiter“, das zu einer deutschlandweiten Crosslauf-Challenge aufrief. Darüber hinaus gab es lokal eine über Whats App koordinierte Halbmarathon-Staffel, bei der der Stab sozusagen virtuell weitergereicht wurde, ohne dass man sich beim Lauf begegnete. Bei beiden Projekten konnte man seine Leistung online vergleichen. „Das motiviert wesentlich mehr, als wenn man einfach so allein vor sich hin läuft“, ist die Trainerin der U12 überzeugt. Andreas Koller hat überdies für seine Gruppen jede Woche neue Trainingspläne ausgearbeitet. Die dafür nötigen Geräte wie Disken, Speere, Medizinbälle oder Hürden wurden kurzerhand aus der Turnhalle zu den Sportlern nach Hause gebracht. Ab Mai durften die älteren dann wieder in Kleingruppen unter strengen Auflagen trainieren – „dafür brauchten wir deutlich mehr Betreuer als üblich, und da haben Trainer und Eltern zusammengeholfen“ freut sich Scheffczik über den „enormen Zusammenhalt“. Die kleinsten Athleten unter der Leitung von Alex Almstätter hatten die Zeit, bis auch sie Mitte Juni wieder regulär durchstarten durften, mit Lauf-Schnitzeljagden überbrückt. „Wir hatten an den Strecken wie beim Geocaching dauerhaft „Schätze“ versteckt, die sie begleitet von den Eltern entdecken konnten“, so die Trainerin. Auch die Abnahme von Sportabzeichen hat man in der Abteilung trotz Corona möglich gemacht – 49 Kinder haben die sportliche Prüfung absolviert. Und die Älteren haben jede Gelegenheit zur Teilnahme an den wenigen heuer ausgerichteten Wettkämpfen wahrgenommen. Koller lobt die jungen Athleten allesamt als „hochmotiviert und wettkampfbegeistert“ und freut sich besonders über die eingangs erwähnte Mannschaftsmedaille. Dadurch zählten „auch Kids zu den Gewinnern, die als Einzelne nicht ganz vorne sind“. Und das sei für den Gemeinschaftsgeist wichtig. Ein besonderes Highlight im Jahr des kleinen Jubiläums war die Einweihung der Stabhochsprung-Anlage am 19. Juni. „Die Stadt und der Bürgerring haben uns dabei unterstützt“, ist Scheffczik dankbar für „eine Anschaffung, die sich gelohnt hat“. Schon die Kleinsten „fiebern“ regelrecht danach, endlich beim Training mitmachen zu dürfen. „Aber das geht erst ab etwa elf Jahren, weil Stabhochsprung eine der komplexesten Disziplinen ist, was koordinative und athletische Fähigkeiten angeht“, erklärt Abteilungsleiter Klaus Scheffczik. Aber Geduld ist ja jetzt ohnehin für alle jungen Athleten angesagt – infolge des erneuten Corona-Lockdowns, der dieses Mal zumindest „passender Weise“ in den Winter fällt. GZ ERSTE OBERBAYERISCHE GOLDMEDAILLE Die TVG-Leichtathleten der U12/U14 beendeten die Wettkampfsaison auf der Oberbayrischen Meisterschaft im Blockwettkampf in Aschheim mit ihrem bisher größten Erfolg: Enea Kujath gewann als erste Athletin der Gruppe eine oberbayrische Goldmedaille. Sie siegte im Block Wurf der W12, Grundlage waren die neuen Bestleistungen von 10,60 Sekunden über 60 Meter Hürden und 4,52 Meter im Weitsprung. Auch Lena Meyer (5./W13), Alyssa Schrödl und Alea Brunec (8./9. W12) traten im Block Wurf an und blieben in allen Disziplinen deutlich über den erwarteten Ergebnissen. Zusammen mit Emilia Scheffczik, die in der W12 Silber im Block Lauf holte, kamen diese fünf Mädchen in der Mannschaftswertung auf den vielumjubelten dritten Platz. Die Platzierung ist umso höher zu bewerten, da drei der Starterinnen eigentlich noch der Altersklasse W11 angehören und damit hochgestartet sind. Eine weitere Silbermedaille holte Noah Schuberth bei den Jungs ebenfalls im Block Lauf der M12. Auch überregional brauchen sich die Athleten des TV Geisenfeld nicht zu verstecken. In den deutschlandweiten Bestenlisten findet man zahlreiche TVG-Athleten gut positioniert. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Nächstes Jahr steht erstmals eine Bayrische und spätestens ab 2023 auch eine Deutsche Meisterschaft an“, wirft Trainer Andreas Koller schon mal einen Blick in die Zukunft.

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