Druckmaschinen

König & Bauer AG: Warnungen wurden Wirklichkeit

DruckmaschinenWien – Bereits vor einem Monat warnte der Vorstandsvorsitzende der König & Bauer AG, Claus Bolza-Schünemann, davor, dass 2013 zum ersten Mal seit 2008 ein negatives Geschäftsergebnis eingefahren werden könne. Seine Prognosen wurden Realität. König & Bauer ist der älteste Druckmaschinenhersteller und Weltmarktführer im Bogenoffset-Großformat, bei Verpackungs-, Zeitungs- und Blechdruck. Bei 90 Prozent liegt der Weltmarktanteil beim Banknotendruck.  Als Lösung des Problems wird ein Standortwechsel angestrebt. Im Zuge dieser Maßnahme wackeln am Sitz in Würzburg 1.000 bis 1.500 Stellen und in Österreich, in Mödling, 400, die Hälfte der gesamten Stellen.

Vom Hoch zum Tief

1848 vom Neffen des Gründers König, Heinrich Löser, in als Maschinenfabrik in Wien gegründet, übersiedelte das Unternehmen um die Jahrhundertwende nach Mödling. Seit 1962 ist die komplette Produktion von Simultan-Wertpapierdruckmaschinen in Mödling stationiert. Die Freude über die Entwicklung trotz Krise war im März 2013 noch groß. Bei der Präsentation der Geschäftszahlen aus dem Vorjahr zeigte sich ein Umsatzplus von 10,9 Prozent, bei einem Auftragszuwachs von rund 17 Prozent. Das operative Ergebnis hatte sich auf 43,1 Millionen Euro vervierfacht. Aber nicht nur die Zahlen aus 2012 wurden präsentiert, sondern auch das Ziel für 2013: Moderater Ergebnisanstieg bei ähnlichem Umsatz. Der Geschäftsführer des Mödlinger Standortes, Leopold Achatz, versteht nicht, warum es den Standort trifft, da es sich um eine der erfolgreichsten Produktionsstätten des Unternehmens handelt, der profitabel wirtschaftet.

Betriebsrat geht in Offensive

Gewerkschafter Karl Proyer hat aufgrund des Stellenabbaus Bedenken, die Zukunft der Betriebsstätte betreffend. Es sei ungewiss, ob nach der Schrumpfung der Standort Mödling das nächste Geschäftsjahr überleben werde. Auch sei es für ihn inakzeptabel, dass das Personal überraschend eine Woche vor Weihnachten von dem 2014 beginnenden Stellenabbau erfahre. Rainer Wimmer, Chef der Produktionsgewerkschaft, äußert sich in ähnlicher Weise: „Die überfallsartige Umstrukturierung zu Lasten hunderter Arbeitsplätze ist völlig inakzeptabel.“ Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, will die Situation ebenfalls nicht akzeptieren: „Mehr als jeder zweite Beschäftigte der KBA Mödling soll gekündigt werden, der Standort Mödling ist von der Totalschließung bedroht. Das ist inakzeptabel.“ Für Aufsichtsratschef von König & Bauer sind die Maßnahmen notwendig: „Wir brauchen keinen großen Dampfer, sondern viele kleine Schnellboote.“ Sichtlich ist der Standort Mödling eines der vielen kleinen Schnellboote. Zu hoffen nur, dass es nicht aus dem Ruder läuft, denn schließlich konnte der Standort bislang schwarze Zahlen aufweisen. Aber auch der Stellenabbau kostet kurzfristig Geld. Rund 50 Millionen Euro sind zu erwarten. Ein Betrag, der auch von anderer Seite noch auf das Unternehmen zukommt, in Form von Abschreibungen.

Foto: © König & Bauer AG

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren von der Firma König und Bauer!
    Ich wollte Ihnen Alles Gute für die Zukunft wünschen und dass auch viele an Ihnen glauben.
    Die Firma legte einen Grundstein, da Sie die älteste Druckmaschinenfirma der Welt ist.1817 richteten Friedrich König und Andreas Friedrich Bauer im Kloster Oberzell seine Druckmaschinenfabrik ein. Das geweihte St. Michael Kloster vom Jahr 1128 gibt uns doch einen festen gemeinschaftlichen Glauben. Gemeinschaftliche Ideen, Lösungen, ein starker Wille und Erfahrungen im Leben lässt das Unternehmen doch erfolgreicher und wertvoller werden. Sei es die Augsburger Maschinenfabrik die auf MAN überging oder in Frankenthal die Pressefabrik jetzt Heidelberger Druckmaschinen, Albert-Frankenthal, diese Firmen haben die Wurzel vom starken König und Bauer. Das Zitat von Goethe ist die Wahrheit.
    Halte das Bild der Würdigen fest! Wie leuchtende Sterne, teile sie aus die Natur durch den unendlichen Raum.
    Alles Liebe und Gute aus Schweinfurt

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