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Korruptionsprozess: EU-Politiker Strasser zu vier Jahren Haft verurteilt

Wien - Der Korruptionsprozess gegen den EU-Abgeordneten und ehemaligen österreichischen Innenminister Ernst Strasser hat am Montag am Wiener Straflandesgericht mit einem Schuldspruch geendet. Aufgrund der Verurteilung wegen Bestechlichkeit drohen Strasser nun vier Jahre Haft. Weil sein Verteidiger Berufung und einen Nichtigkeitsantrag eingereicht hat, ist das Urteil jedoch zunächst nicht rechtskräftig.

Dem 56-jährigen Politiker wird vorgeworfen, Lobbyisten gegen Geld Einflussnahme auf die EU-Gesetzgebung versprochen zu haben. Die Lobbyisten waren jedoch in Wirklichkeit zwei Journalisten der britischen "Sunday Times", welche die Absprachen mit Strasser dokumentiert und öffentlich gemacht haben. Der Politiker wiederum verteidigte sich vor Gericht damit, dass er sich nur zur Tarnung auf die Angebote eingelassen habe, um sie selbst zu entlarven. Laut Urteilsbegründung vom Montag stehe jedoch "ohne Zweifel" fest, dass Strasser Geld von den zwei vermeintlichen Journalisten gefordert habe. Die Erklärung des Politikers zählte der Richter österreichischen Medien zufolge "zum Abenteuerlichsten, was mir in meiner 20- jährigen Erfahrung untergekommen ist".

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