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Kramp-Karrenbauer: Christliche Politik kann es nicht geben

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer glaubt nicht an die Existenz christlicher Politik. „Ich bin Christdemokratin mit Leib und Seele. Aber ich weise von mir, eine christliche Politik zu machen“, schreibt sie in einem Gastbeitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

Die christliche Botschaft kenne keine christliche Politik. Die Botschaft des Christentums könne Politikern Orientierung geben. Sie könne konkreten Entscheidungen eine Richtung geben, aber sie könne konkrete Entscheidungen nicht ersetzen. „Deshalb kann es christliche Politiker geben, aber keine christliche Politik.“ Diese Einsicht binde im Übrigen nicht nur Christen in der Politik; sie binde auch „religiöse Würdenträger mit ihren Ansprüchen und Erwartungen an Politik“. Die christliche Botschaft mache gläubige Politiker außerdem nicht zu besseren Menschen, fügte die Katholikin hinzu. Sie rate immer zur Vorsicht, wenn die christliche Botschaft verbunden werde mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger, so Kramp-Karrenbauer. „Erst recht ist diese Vorsicht im politischen Raum geboten.“ Moralische Überlegenheit könne und dürfe niemals als politisches Argument gelten. „Auch christliche Politiker müssen mit ihren Überzeugungen in den politischen Wettstreit eintreten.“

Foto: Annegret Kramp-Karrenbauer, über dts Nachrichtenagentur

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