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Kurz begrüßt Menschen trotz Corona wieder mit Handschlag

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begrüßt im Gegensatz zu vielen Spitzenpolitikern weltweit Menschen trotz Corona wieder mit Handschlag. „Ich bin zweimal geimpft, ich lasse mich regelmäßig testen und versuche, damit meinen Beitrag zu leisten“, sagte er in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“ zur Begründung. „Wenn mir jemand die Hand hinstreckt, dann gebe ich sie ihm auch. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass das soziale Miteinander wieder stattfindet.“

In Österreich ist mit Ausnahme von Wien unter anderem die Maskenpflicht seit dieser Woche weitgehend abgeschafft. Der Kanzler trägt auch bei großen Veranstaltungen wie der Eröffnung der Bregenzer Festspiele keine Maske. Kritik daran wies Kurz in der „Bild“-Sendung zurück: „Sie können sich oft in Deutschland etwas nicht vorstellen, was Sie dann ein paar Wochen später einfach in Deutschland machen. Ich habe den Eindruck, dass aus deutscher Sicht immer das, was Deutschland tut, die absolute Norm ist. Und man wundert sich über alle anderen, die sich nicht eins zu eins gleich verhalten.“ Mit Leichtsinn habe das nichts zu tun: „Wir führen etwa zehn Mal so viele Tests durch wie in Deutschland. Wir sind Europameister im Testen. Ich behaupte mal, dass wir die niedrigste Dunkelziffer haben von allen europäischen Ländern.“ Es gehe darum, mit dem Virus zu leben. Er habe „sehr darunter gelitten, den Menschen Grund und Freiheitsrechte einschränken zu müssen“. Er habe dies trotzdem getan, um die Ansteckungszahlen so niedrig wie möglich zu halten, solange es keine Impfung gegeben habe. Das aber habe sich ja nun geändert. Kurz plädierte daher dafür, „dass wir in ganz Europa das vollziehen, was von der Wissenschaft und von vielen Seiten empfohlen wird, nämlich bei dem zu bleiben, was immer relevant war: die Belegung in den Spitälern“. Natürlich steckten sich Menschen an, wenn das Leben wieder stattfinde, „aber das bedeutet nicht, dass die Hospitalisierungen in demselben Ausmaß hinaufschnellen“. Österreich werde „selbstverständlich“ auch die Schulen offenhalten: „Wir werden dieselbe Strategie fahren wie in der dritten Welle: Intensives Testen, Sicherheitsstandards überall dort, wo es notwendig ist, und der Versuch, Ansteckungen zu vermeiden.“ Kurz hält nichts von einer Argumentation nach dem Motto: „Ein paar Wochen noch die Masken, ein paar Wochen noch ein bisschen schärfere Maßnahmen und dann ist es ja überstanden.“ Denn die Wahrheit sei: „Das Coronavirus wird nicht in ein paar Wochen verschwinden. Das ist in einem Jahr noch da, das ist in drei Jahren noch da, das ist in fünf Jahren noch da.“ Wenn man keinen Weg finde, trotz Corona die Schulen zu öffnen, dann sollte man den Eltern auch klar sagen, dass man sie auch in den nächsten fünf Jahren nicht mehr öffnen werde. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Sebastian Kurz, über dts Nachrichtenagentur

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