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Länder wollen sich Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium nicht verbieten lassen

Berlin – Die Warnung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vor einer überstürzten Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ist in mehreren Bundesländern auf Kritik gestoßen. Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sagte der „Welt“, in ihrem Bundesland sei das Abitur nach zwölf Jahren seinerzeit von CDU und FDP „überhastet eingeführt“ worden. Es habe „zu vielen Problemen und Stress“ geführt

Das werde nun korrigiert. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen will im Sommer die Rückkehr zum neunjährigen Abitur in die Wege leiten. Wanka hatte eindringlich an die Bundesländer appelliert, länger an ihren Schulsystemen festzuhalten. „Ich bin für Schulfrieden. Man muss die Schulen auch mal in Ruhe lassen“, sagte die CDU-Politikerin der „Welt am Sonntag“. Über die Frage des acht- oder neunjährigen Gymnasiums dürfe kein ideologischer Kampf geführt werden. Am erfolgreichsten seien jene Länder, die „über einen langen Zeitraum hinweg Kontinuität haben“. Die Länder müssten auch „in der Lage sein, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn sie richtig sind“, so Wanka. Der bayerische Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte: „Ein G 9 für alle ist genauso verkehrt wie ein G 8 für alle.“ Viele Schüler benötigten „mal ein Jahr länger“. Darauf habe sich die Bildungspolitik einzustellen. Für das Gymnasium bedeute dies, „dass wir grundsätzlich von einem Lehrplan im Umfang für ein achtjähriges Gymnasium ausgehen und dann nach gründlicher Diskussion Möglichkeiten schaffen sollten, wie man es gegebenenfalls ermöglicht, dass manche Schüler diesen Lehrplan in acht Jahren, andere in neun Jahren abarbeiten“. In Bayern wird derzeit über die Rückkehr zum G 9 diskutiert. Zuspruch bekam Wanka von der Schulministerin in Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann (Grüne). „Ein ständiges Hin und Her je nach Wahltermin bewirkt nichts als Verunsicherung. Deshalb wäre es verkehrt, jetzt das neunjährige Gymnasium genauso abrupt einzuführen, wie zuvor G 8 durchgesetzt wurde“, sagte Löhrman der „Welt“ Grundsätzlich brauche Schule Zeit, Verlässlichkeit und Unterstützung. Man dürfe auch „nicht so tun, als seien Probleme an den Gymnasien, die es wie an allen anderen Schulen natürlich auch gibt, einfach dadurch zu beheben, dass man auf den Knopf drückt und wieder G 9 macht“.

Foto: Schulhof, über dts Nachrichtenagentur

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