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Lauterbach fordert nach Test-Panne andere Methode

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert als Reaktion auf die schwere Test-Panne in Bayern eine andere Testmethode bei Reiserückkehrern. „Die PCR-Tests sind bei Massentestungen nicht wirklich geeignet“, sagte Lauterbach der „Welt“ (Freitagausgabe). „Massentestungen sind nur möglich, wenn sie schnell und billig erfolgen.“

Die Kosten seien mit 60 Euro hoch, die Wartezeit bis zum Ergebnis sei lang. „Es ist ausgeschlossen, dass der hohe Testbedarf künftig allein über PCR-Tests gedeckt werden soll.“ Der SPD-Politiker und Epidemiologe fordert daher „dringend eine schnelle Zulassung“ von zum Beispiel sogenannten RT-LAMB Tests, wie es sie schon in Großbritannien gibt. Das Ergebnis der Speichel-Schnelltests sei nach 75 bis 80 Minuten da, und der Bürger werde direkt per SMS informiert. Die Kosten pro Test lägen unter zehn Euro, die Sensitivität sei „mehr als ausreichend“ gewährleistet. „Es war zu erwarten, dass sich eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern testen lassen würde, da muss man die organisatorischen Abläufe, vor allem aber die absolut zeitnahe Benachrichtigung der positiv Getesteten sicherstellen“, sagte Kordula Schulz-Asche, Berichterstatterin für Infektionsschutz der Grünen-Bundestagsfraktion, der „Welt“. Der Fall sei erneut ein Zeichen dafür, dass mit „nicht bis zum Ende durchdachten“ Maßnahmen „viel Vertrauen in der Bevölkerung verspielt“ werde, so Schulz-Asche. Als „Skandal“ bezeichnet der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag Achim Kessler die Tatsache, dass 44.000 Personen, die in Bayern leben oder auf der Durchreise waren, weiterhin um ihr Testergebnis bangten und hoffen müssten, nicht unter den 900 Positiv-Befunden zu sein. Tests für Reiserückkehrer seien nur sinnvoll, sofern sie tatsächlich funktionierten und gut organisiert sein. „In Bayern hingegen wurden durch die miserable Umsetzung neue Unsicherheiten für die Getesteten geschaffen.“ „900 ahnungslos Infizierte in Deutschland sind eine Katastrophe“, kritisiert Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP. „Bayern muss hier schnellstens wieder Herr der Lage werden und mögliche Infektionsketten unverzüglich unterbrechen.“ Die Devise solle nun lauten, Fehler zu identifizieren und abzustellen.

Foto: Karl Lauterbach, über dts Nachrichtenagentur

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