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Lauterbach zum Lockdown-Beginn zuversichtlich

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist zuversichtlich, dass Deutschland mit dem Teil-Lockdown im November anders als viele Nachbarländer in Europa die zweite Pandemie-Welle beherrschen kann. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch einmal die Kurve runterdrücken können", sagte der Epidemiologe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). In etwa zwei bis drei Wochen könne man die positiven Effekte der nun eingeführten Einschränkungen bei der Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Sieben-Tage-Kurve sehen.

Lauterbach geht davon aus, dass die meisten Deutschen sich an die strengen Vorgaben im November halten werden - aus Angst vor negativen Folgen mit einer Überlastung der Gesundheitssysteme, wie sie in anderen Ländern bald zu befürchten seien. "Wir werden dramatische Bilder sehen, wahrscheinlich noch weitaus dramatischer als die Bilder aus Bergamo im Frühjahr. Die Leute bei uns werden dann noch vorsichtiger werden." Lauterbach fürchtet, dass die Lage unter anderem in Frankreich, Spanien, Belgien oder Tschechien außer Kontrolle geraten könnte. Im norditalienischen Bergamo waren Mitte März Fotos von einer Kolonne von Militärlastwagen zum Abtransport von Corona-Toten um die Welt gegangen. Fast allen sei mittlerweile klar, dass die Pandemie mehrere Wellen haben könne und die Gefahr für Ältere und Vorerkrankte unverändert hoch sei. Zu einer langfristigen Strategie zur Eindämmung der Pandemie muss nach Ansicht von Lauterbach der Einsatz von Anti-Gentests massiv ausgeweitet und bei der Kontaktnachverfolgung auf ein Cluster-Modell nach japanischem Vorbild gesetzt werden. Japan hatte Erfolg damit gehabt, sich bei der Nachverfolgung auf größere Ansammlungen von Infektionen, etwa in Fitness-Studios und Karaoke-Bars, zu konzentrieren und diese Infektionsherde konsequent abzuschotten. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Wegen Corona geschlossene Theaterkasse, über dts Nachrichtenagentur

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