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Legendäres Südsee-Boot im Humboldt Forum womöglich auch Raubkunst

Der Historiker Götz Aly hält das weltberühmte Luf-Boot – eines der bedeutendsten ethnologischen Objekte im Berliner Humboldt Forum – für koloniale Raubkunst. „Die Insel Luf war wie viele andere Inseln in der Südsee ein Paradies, bis die Kolonialherren kamen. Sie drangen mit aller Gewalt in die dort lebenden menschlichen Gemeinschaften ein, unterwarfen sie ihren kommerziellen Interessen und zerstörten die bestehende Kultur“, so Aly im „Spiegel“.

Er hat nachgewiesen, dass die Mehrheit der Bewohner der Insel Luf im „Deutschen Schutzgebiet“ erschossen oder ins Meer gejagt wurden, wo sie ertranken. In seinem neuen Buch „Das Prachtboot“ zeigt der Historiker die konsequent verdrängten Verbrechen der deutschen Kolonialherren in Ozeanien auf: Sogenannte Strafexpeditionen in den „Schutzgebieten“ in Ozeanien arteten zu Massakern aus; Zwangsarbeit, Deportationen und Vergewaltigungen gehörten zur Unterwerfung; zugleich wurden Kulturgüter in großer Zahl geraubt. Überlebende auf Luf hatten das verzierte Boot im späten 19. Jahrhundert gebaut, 1904 gelangte es nach Berlin – laut Aly unter fragwürdigen Umständen. Als das Luf-Boot 2018 in den Rohbau des Stadtschlosses gebracht wurde, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Nun strahlt das Humboldt Forum als Kulturort, in dem Menschheitskulturgeschichte erzählt werden kann.“ (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Berliner Schloss, über dts Nachrichtenagentur

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