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EU-Osterweiterung

Leitl: EU-Erweiterung war Turbo für Österreichs Wirtschaft

EU-OsterweiterungWien - Die EU-Erweiterung um die ehemaligen Staaten des Ostblocks, die vor zehn Jahren mit Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn sowie den drei baltischen Staaten begonnen hat, war für Österreichs Wirtschaft ein Turbo. "Unser Land hat davon profitiert wie kaum ein anderes in der Europäischen Union", betont Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der ersten EU-Erweiterung nach Mittel- und Osteuropa am 1. Mai. "Die Wirtschaft hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Europa zusammengewachsen ist." Österreich profitiere davon in Form von mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätzen und einer Internationalisierung der Wirtschaft, die ihresgleichen sucht. "Auch wenn es für die EU nicht einfach war, so viele neue Mitglieder auf einmal zu verdauen, auch wenn es in den neuen EU-Ländern da und dort Schwierigkeiten bei der Anpassung an die EU-Regeln gegeben hat und auch wenn es zwischenzeitlich - insbesondere unter dem Eindruck der globalen Wirtschaftskrise - in manchen Ländern wirtschaftliche Rückschläge gab, die Erweiterung war ohne Alternative und ist es bis heute." Gemäß einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO hat die EU-Erweiterung ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent pro Jahr bewirkt, wodurch pro Jahr rund 7.600 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden sind. Zudem lieferte Österreichs Außenhandel mit Osteuropa einen sehr positiven Beitrag zur Handelsbilanz: Der Überschuss von 2,4 Milliarden Euro im Erweiterungsjahr 2004 kletterte binnen weniger Jahre 2008 auf 6,2 Milliarden. Sogar während der Wirtschaftskrise betrug der Handelsbilanzüberschuss 2009 rund 4 Milliarden und zuletzt 2013 2,5 Milliarden Euro. Allein die Exporte in die fünf Länder Ungarn, Slowenien, Tschechien, Slowakei und Polen haben sich seit Österreichs EU-Beitritt 1995 von 4 auf 16,9 Milliarden Euro mehr als vervierfacht. Österreich ist zudem ein Top-Investor in der Region: Der Bestand an österreichischen Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa stieg von 400 Millionen Euro 1990 auf 8 Milliarden 2000 und 67,2 Mrd. Euro 2012. Leitl: "Österreich zählt in den neuen Mitgliedstaaten zu den größten Investoren. Dadurch wurde die Produktivität der österreichischen Mutterunternehmen erhöht und wurden Arbeitsplätze auch in Österreich gesichert." Profitiert hat etwa auch der heimische Fremdenverkehr: So hat sich die Zahl der Touristen aus den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten zwischen 2005 und 2012 in Summe fast verdoppelt. Auch nach bzw. wegen der Erweiterung besteht in den neuen Mitgliedstaaten ein enormer Bedarf an Investitionen in den Bereichen Umwelt-, Energie und Verkehrsinfrastruktur. Für österreichische Unternehmen, die gerade im Umwelttechnikbereich zu den Technologieführern gehören, ergeben sich dadurch auch für die Zukunft besondere Chancen - unter anderem im Produktions- und Zulieferbereich. Aufgrund der geografischen Nähe besteht ein deutlicher Konkurrenz-Vorsprung gegenüber Unternehmen aus anderen Ländern. Die Europäische Union sei auch für die Zukunft ein wichtiger Anker für politische Stabilität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa, betont Leitl. Die Wirtschaft setze sich daher dafür ein, weitere Länder des Westbalkans in die europäische Zone der Stabilität aufzunehmen. Klar sei aber auch, dass die betreffenden Länder ihre Hausaufgaben machen müssen, bevor an eine Mitgliedschaft in der EU zu denken ist. "Die österreichische Wirtschaft versteht sich hier wie schon bei den Erweiterungsrunden der Vergangenheit als wichtiger Unterstützter und Wegbereiter", so Leitl abschließend.

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