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Letzter DDR-Regierungschef: Merkel muss mehr für den Osten tun

Der letzte DDR-Ministerpräsident und frühere CDU-Bundesvize Lothar de Maizière ist vor dem Hintergrund der drohenden Stellenstreichungen bei Siemens enttäuscht von Angela Merkels Einsatz für Ostdeutschland. „Natürlich muss die Kanzlerin die Interessen aller Bürger vertreten, aber ich hätte mir in den letzten Wochen gewünscht, dass sie auch als Stimme aus dem Osten deutlich hörbar ist“, sagte de Maizière dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). „Moderieren ist wichtig und notwendig, aber in kritischen Zeiten wie diesen erwarten die Bürger auch Orientierung“, sagte de Maizière weiter.

Gerade im krisengeschüttelten Osten wollten die Menschen wissen, wohin die Reise gehen soll. „Ich würde mir wünschen, dass sie ihre ostdeutsche Herkunft als Stärke versteht, damit zusammenwachsen kann, was zusammen gehört. Da gibt es immer noch Nachholbedarf.“ Ein Verdienst Merkels sei für ihn aber unzweifelhaft, „dass sie aus einem rheinisch-klerikalen Kanzlerwahlverein eine säkulare werteorientierte Volkspartei der Mitte gemacht hat“, so de Maizière.

Foto: Karl-Marx-Monument in Chemnitz, über dts Nachrichtenagentur

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