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LTE: Mobilfunknetz der 4.Generation startet durch

Im Mai 2010 ersteigerten die vier deutschen Mobilfunkunternehmen Vodafone, Dt. Telekom, O2 Telefónica und E-Plus, Netzlizenzen für Long-Term-Evolution (LTE) – der 4. Generation mobiler Datennetze. Jetzt im Zuge der IFA 2012 zeichnet sich bereits ab, dass die Pläne zum Ausbau der LTE-Verfügbarkeit wahrscheinlich viel früher als erwartet erfüllt werden und Deutschland in Europa sogar eine Führungsrolle einnehmen könnte.

LTE: Duales Nutzungsspektrum für Stadt und Land

Bei LTE handelt es sich um einen ausgesprochen leistungsstarken Standard für die Übertragung von Daten via Funk. Die aktuelle Revision erlaubt Transferraten von bis zu 100 MBit je Sekunde. Spätere Versionen (LTE-Advanced) sollen sogar in den Gigabitbereich vordringen. In Deutschland wurde LTE-Internet zunächst in Regionen der Republik ausgebaut, in denen noch kein DSL-Ausbau erfolgte. Also jene Winkel, die im Volksmund als „weiße Flecken“ bekannt sind. Triebkraft für diesen ungewöhnlichen Schritt war jedoch weniger das Wohlwollen der Mobilfunkkonzerne mit betroffenen Verbrauchern, sondern vielmehr Reglementierungen der Bundesnetzagentur. Jene sah vor, dass sich die Unternehmen erst dem Ausbau der LTE-Netze in den monetär lukrativen Metropolen widmen dürfen, wenn 90% der Breitbandflecken je Bundesland getilgt sind. Dieser Status quo konnte dank intensiven Bemühungen und Investitionen recht schnell erreicht werden. Schon Mitte vergangenen Jahres starteten erste Städte mit LTE-Anbindung. Dort soll die Technik künftig das Surfen am Smartphone und Laptop extrem beschleunigen und komfortabler machen. Man könnte fast von einer mobilen Revolution sprechen. Denn mit bis zu 100 MBit sind die schnellsten Tarife gut 6x so leistungsfähig, wie die schnellsten DSL-Anschlüsse.

Stand der LTE-Verfügbarkeit

Unmittelbar im Vorfeld der IFA überraschten Vodafone und Deutsche Telekom mit neuen Zahlen zum aktuellen Status der Ausbauarbeiten der 4G-Netze. Führend ist nach wie vor der Vodafone-Konzern, der nach eigenen Angaben den strategischen Fokus in Zukunft verstärkt auf die Erweiterung von Funkdatennetzen legen will - im Gegensatz zum ohnehin schwächelnden Festnetzbereich inklusive DSL. Mittlerweile erreicht Vodafone 17 Millionen potenzieller Kundenhaushalte mit dem eigenen LTE-Netz, welches 52 % des Bundesgebietes abdecken soll. Darüber hinaus seien nahezu 70 Städte ausgebaut. Die Deutsche Telekom folgt mit einigem Abstand bzw. 11 Millionen theoretisches Kundenpotenzial. Dafür plant das Unternehmen bis Jahresende schon 100 Städte mit LTE ausgerüstet zu haben. Nähere Details über die Ausbauerfolge von O2 sind leider kaum auszumachen, außer, dass man ebenfalls mehrere dutzend Stadtregionen noch 2012 erschlossen haben will. Das Portal lte-anbieter.info stellt für Interessenten eine klickbare Karte bereit, auf der man sich jederzeit zum aktuellen Stand der Verfügbarkeit informieren kann .

IFA 2012: Neue Geräte und Angebote im Fokus

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin konnten dieses Jahr mehr Geräte denn je begutachtet werden, die LTE-fähig sind. Nahezu jedes neue Smartphone-Modell im oberen Preissegment unterstützt den Standard mittlerweile. In wenigen Monaten sollte dieses Feature aller Wahrscheinlichkeit nach schon eine Selbstverständlichkeit sein. Vodafone präsentierte darüber hinaus einen neuen LTE-Router (Easybox 904) für Kunden, die LTE als DSL-Ersatzlösung nutzen. Die Deutsche Telekom bietet seit 4. September zudem erstmals auch Smartphones mit LTE im Shop kompatibler Tarife an.

Verbraucher noch verhalten

Auch wenn sich die Zahlen zur Verfügbarkeit und der Netz-Infrastruktur relativ beeindruckend lesen – die Verbraucher sind offensichtlich noch relativ zurückhaltend, was die LTE-Technik betrifft. Dieser Umstand spiegelt sich insbesondere in der Relation der tatsächlichen Kundenzahl zur hypothetischen Versorgungslage wieder. Vodafone zählte gegen Ende des 2. Quartales gerade einmal 300.000 Kunden bei 14-15 Millionen erreichten Haushalten - die Deutsche Telekom sogar nur rund 70.000 (Q1 2012). Als mögliche Faktoren sind denkbar: Die teils nicht unerheblich höheren Preise und ein noch mangelnder Informationstand. Dennoch sollte insbesondere der Smartphone-Boom LTE weiter beflügeln. Im Mobilfunksegment verzeichnete z.B. Vodafone 9 Quartale in Folge ein positives Umsatzwachstum. Zuletzt im 1. Quartal 2012 immerhin 5.3 Prozent Wachstum. Durch die zunehmende Verfügbarkeit in den Städten, könnte sich LTE in kürzester Zeit etablieren. So sehen es zumindest die Marktforscher des European Information Technology Observatory, kurz EITO. Deren Studie, im Auftrag des BITKOM-Verbandes, sieht Deutschland in 3 Jahren als führende europäische Nation in Sachen LTE. Die Experten gehen bis 2015 von einem Niveau in Höhe von 34 Millionen Kunden aus. Heute sind es wohlgemerkt kaum 1 Millionen, akkumuliert über alle LTE-Provider.

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