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Manfred Haider: Kommentar – die weißen Ritter vom weißen Haus

The winner takes it all

Wien - Als weiße Ritter werden an der Börse Unternehmen genannt, die bei einer geplanten feindlichen Übernahme dem Opfer zuHilfe kommen. Als Motive dienen meist strategische Überlegungen zum eigenen Vorteil. Auch Regierungen greifen im Hintergrund ein, wenn sich Marktmechanismen nicht in die gewünschte Richtung entwickeln.

Aktuelles Beispiel ist das Veto der US-Regierung gegen das von der Handelskommission ITC verhängte Importverbot für bestimmte Handy-Modelle des US-Konzerns Apple, dessen Aktie zuletzt gehörig unter Druck geraten war.

Angestrebt wurde das Verbot vom koreanischen Erzrivalen Samsung, der seine Patente verletzt sieht. Der Grund, warum Apple die für den US-Markt bestimmten Handys importieren muss, ist, dass sie in China gefertigt werden. Dort gibt es nicht nur günstigere Arbeitsplätze, sondern auch die für den Bau von Mobiltelefonen benötigten Seltenen Erden.

Mit einem Weltmarktanteil von 97 Prozent haben die Chinesen hier eine Art Produktionsmonopol. Durch Exportbeschränkungen könnte China ausländische Konzerne sogar zwingen, sich in China anzusiedeln, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. Vorerst kommen sie auch so.

Fast genauso wichtig wie die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen ist mittlerweile die Datensicherheit. Es mag Zufall sein, dass der größte Suchmaschinenbetreiber in den USA, Russland und China jeweils ein lokaler Konzern ist, nämlich Google, Yandex und die chinesische Baidu.

Als beim chinesischen Unternehmen Alibaba einmal laut darübernachgedacht wurde, den US-Suchmaschinenbetreiber Yahoo zu übernehmen und dadurch die gespeicherten Informationen über US-Bürger nach China gelangt wären, kamen aus Washington Andeutungen über ein Veto.

In der EU hingegen sind die drei großen US-Suchmaschinenbetreiber quasi ohne Konkurrenz, ebenso die vier US-Kreditkartenfirmen, die Ratingagenturen, Facebook etc.

Die USA sind für Europa und Österreich zweifellos ein wichtiger Freund und Handelspartner, wenn es aber hart auf hart geht, muss man sich klar sein, dass sie vor dem Zugriff auf die dort gespeicherten Daten ebenso wenig zurückschrecken, wie vor Protektionismus der eigenen Industrie.

Das haben vielleicht auch Konzerne wie Voestalpine bedacht, wenn sie wegen günstiger Energiekosten Produktionskapazitäten in die USA verlegen.

Foto: © f9photos - Fotolia

ots-Originaltext Presseaussendung unter ausschliesslicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders | Wirtschaftsblatt

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