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Merkollande: Europas neues gemischtes Doppel

Mehr Wachstum trotz leerer Staatskassen – darüber werden die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am 23. Mai auf einem Sondergipfel beraten. Es wird der erste Auftritt von François Hollande auf der europäischen Bühne. Frankreichs neuer Präsident setzt auf Wachstum statt auf Sparen, im Gegensatz zu Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin stellt nach seiner Wahl klar, dass der Fiskalpakt für Deutschland nicht verhandelbar ist. Aber sie hat mit Hollande auch schon etwas besprochen: „Dass wir gut und intensiv zusammenarbeiten werden, uns auch recht schnell treffen werden, nachdem die Amtsübergabe in Frankreich geschaffen wurde. Und ich darf von meiner Seite aus sagen, dass François Hollande hier mit offenen Armen in Deutschland empfangen werden wird von mir.“ Viele Experten erwarten, dass aus möglichen Gegnern schon bald Partner werden. Ferdinand Fichtner, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Merkel und Hollande auf der Arbeitsebene sehr gut zurechtkommen werden. Ich glaube, sie sind sich vom Typ her letztlich näher als Sarkozy und Merkel. Hollande scheint mir ein relativ besonnener und überlegt agierender Politiker zu sein – das kommt, glaube ich, Merkel näher als der manchmal etwas sprunghaft agierende Sarkozy.“ Angesichts der Euro-Krise in Griechenland und anderen Partnerländern ist fraglich, ob Europa einen Streit zwischen Berlin und Paris vertragen würde. David Jones, Analyst in London: „Das nächste wichtige Signal für die Märkte ist wohl, wie sich die deutsch-französische Beziehung entwickelt. In den letzten Jahren war diese Beziehung sehr wichtig, um mögliche Wege aus der Krise auszuloten. Das wird in den nächsten beiden Wochen wohl das Schlüsselthema sein.“ Anita Wisniewska-Paluch, Börsenhändlerin bei Gekko in London: „Frankreich ist natürlich die zweitgrößte Volkswirtschaft. Natürlich wird es immer eine Beziehung zwischen den Deutschen und den Franzosen geben. Sie müssen sich irgendwie verständigen.“ Eine Schicksalsgemeinschaft, die auch das Ende von „Merkozy“ überstehen dürfte – der Partnerschaft zwischen Merkel und Nicolas Sarkozy. Wohl oder übel muss nun „Merkollande“ antreten, als neues gemischtes Doppel für Europa.

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