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Merz: CDU-Wahlkampf war “hart am Rande des Selbstmordes”

Der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat heftige Kritik am Verhalten seiner Partei in den vergangenen Jahren geübt. In den letzten Jahren sei “auf jede Klarheit und auf jede Position verzichtet” worden, “zugunsten eines ausschließlich tagespolitisch geländegängigen Regierungshandelns”, sagte er der “Süddeutschen Zeitung” (Mittwochsausgabe). “Das ist schon etwas, was von vielen an der Basis kritisiert wird.”

Die Analyse sei dann am Wahlabend gemacht worden, die Union habe nur noch 24,1 Prozent der Wähler erreicht, “brutaler geht es fast nicht mehr”. Er beschäftige sich jetzt nur mit der Frage: “Wo stehen wir heute? Und das Ergebnis ist ernüchternd.” Merz sagte: “Wir müssen sehen, dass wir intellektuell in diesem Land wieder satisfaktionsfähig werden.”

Ausgangspunkt der Krise der CDU ist für Merz eine Entscheidung der Altkanzlerin. “Seit dem 29. Oktober 2018, dem Tag, an dem Angela Merkel sagte, dass sie nicht wieder kandidiert, seit diesem Tag ist das Schiff in schwerer See”, sagte Merz. Außerdem kritisierte er den Wahlkampf seiner Partei.

“Wenn Sie einen Bundestagswahlkampf gut machen wollen, dann müssen Sie ihn mindestens ein Jahr vorbereiten, und das geht auch nur, wenn Sie einen eingearbeiteten Apparat mit einer klaren Führungsstruktur haben”, den habe man aber nicht gehabt – “und es waren alle Fragen offen: Kein Programm, kein Kandidat, keine Strategie, keine Kommunikation, keine Agentur, nichts.” Das sei “hart am Rande des Selbstmordes” gewesen. Merz sieht sich außerdem manchmal falsch dargestellt.

“Es hat nie gestimmt, dass ich dieser konservative Knochen von vorgestern bin”, sagte der künftige CDU-Vorsitzende. “Ich glaube nicht, dass es eine Sehnsucht nach der guten alten Zeit gibt”, aber es gebe “den Wunsch, nach etwas mehr Klarheit in den Sachthemen”. Zu der Diskussion, ob er neben dem Partei- auch den Fraktionsvorsitz übernehmen wolle, sagte Merz: “Das ist eine Frage, mit der ich mich im Augenblick wirklich nicht beschäftige.” (dts Nachrichtenagentur)



Foto: Friedrich Merz, über dts Nachrichtenagentur

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