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Metall-Arbeitgeber wollen doppelte Nullrunde

Die Metall- und Elektrobranche steuert auf eine harte Tarifrunde zu. Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger forderte 3,5 Millionen Beschäftigte auf, auf höhere Löhne zu verzichten: "Lohnerhöhungen sind weder dieses noch nächstes Jahr realistisch", sagte der Arbeitgeberpräsident der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Die Produktion in der Metall- und Elektrobranche schrumpfe dieses Jahr in der Coronakrise um 15 bis 17 Prozent.

"Über Lohnsteigerungen reden wir, wenn es etwas zu verteilen gibt. Momentan steht alles im Minus." Eine doppelte Nullrunde gab es nach Angaben aus der Branche in der Nachkriegszeit noch nie. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann kündigte im August bereits eine Lohnforderung an. Am Donnerstag wollen sich regionale Bezirke der Gewerkschaft zur Tarifrunde äußern. Dulger begründet seine Forderung auch damit, dass die Industrie einen Strukturwandel zu bewältigen habe. "Da wäre eine Lohnerhöhung falsch." Dulger verwarf kategorisch den Vorschlag von IG-Metall-Chef Hofmann, durch eine Vier-Tage-Woche mit einem "gewissen Lohnausgleich" Jobs zu sichern. "Ich kann mir da gar nichts vorstellen", so Dulger. "Wer in dieser Lage Arbeit noch teurer macht, als sie ohnehin schon ist, riskiert, dass Firmen auf Dauer Arbeitsplätze ins Ausland verlagern." Die Rechnung der IG Metall sei "hanebüchen". Zu Hofmanns Argument, wonach kürzere Arbeitszeiten positive Effekte auf die Produktivität hätten, sagte Dulger: "Das ist leider vollkommener Unsinn." In den vergangenen zehn Jahren seien die Löhne in der Metall- und Elektro-Industrie um über 30 Prozent gestiegen, die Produktivität nur um drei Prozent. "Woher wollen Sie die Produktivitätssteigerung nehmen, um auch nur eine Stunde weniger Arbeitszeit auszugleichen", so Dulger. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Stahlproduktion, über dts Nachrichtenagentur

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