EuropaNews

Migrationsforscher mit Blick auf Ukraine-Flüchtlinge optimistisch

Der Migrationsforscher Gerald Knaus sieht in zivilgesellschaftlicher Unterstützung die Grundvoraussetzung für eine gelungene Aufnahme der Kriegsvertriebenen aus der Ukraine. „Das Entscheidende jetzt ist, wo wir diesen Krieg sehen, die unglaubliche Empathie von Island bis Moldawien, von Finnland bis Portugal“, sagte er dem Sender Phoenix. „Menschen aus ganz Europa sehen die gleichen Bilder und beurteilen sie gleich.“

Diese Unterstützung der Bevölkerung sei besser als jeder Plan. Damit könne man eine humanitäre Aufnahme zustande bringen. Zudem könne man auch verhindern, dass es zu ähnlichen Reaktionen komme wie 2015.

„Die Vorschläge der Europäischen Kommission, die jetzt wohl auch angenommen werden, zielen darauf hin, klarzumachen: Ukrainer haben das Recht, sich in der EU zu bewegen. Sie bekommen alle einen Status, sie müssen nicht durch die Asylsysteme, sie können in der EU bleiben, sie haben Rechte, eine Aufenthaltsgenehmigung, die Kinder haben Recht auf Schule, man darf arbeiten, man bekommt soziale Unterstützung“, so Knaus. Damit sei gegeben, dass Menschen, die ein Ziel und eine Unterkunft in einem europäischen Land bekommen, dorthin reisen können.

„Die Menschen werden sich zu einem guten Teil selbst verteilen“, sagte Knaus. Darüber hinaus müsse die EU koordinieren. „Das Modell, das wir 2015/16 erfolglos probiert haben zu implementieren, man gibt Quoten, man sagt: Bleibt wo ihr seid, und wir verteilen euch aus Flüchtlingslagern etwa in Ungarn oder Griechenland, das wird glücklicherweise nicht gemacht, denn das ist damals gescheitert und würde wieder scheitern, angesichts der Zahlen, um die es jetzt geht“, so der Migrationsforscher.

Niemand könne derzeit sagen, wie lange die Menschen in der EU bleiben werden. Wenn jedoch Wladimir Putin seine Kriegsziele erreiche, „dann muss man sich darauf einstellen, dass eine große Zahl von Menschen länger in der EU bleiben wird, und dafür ist es auch so wichtig, dass diese Menschen sich jetzt schon verteilen, nicht in Massenlagern sitzen“, so Knaus. Kurzfristig sei das Allerwichtigste, den Menschen eine menschenwürdige Unterkunft und empathische Unterstützung zu geben. (dts Nachrichtenagentur)



Foto: Helfer warten auf einen Zug mit Flüchtlingen aus der Ukraine, über dts Nachrichtenagentur

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"