München: Neues Lenkungskonzept für das Isartal

Das Projekt „NaturErholung Isartal im Süden von München “ unter der Trägerschaft des Landratsamtes München und der Landeshauptstadt München ist dieses Jahr gestartet und soll bis 2017 ein Lenkungskonzept für ein verträgliches Miteinander von Freizeitnutzung und Naturschutz im Isartal erarbeiten. Zunächst stehen dabei die Sportarten Mountainbiking und Trail-Running im Fokus. Ab heute informiert die interaktive Webseite www.biken-isartal.de über das Projekt und gibt den Bürgerinnen und Bürgern in und um München herum die Möglichkeit, sich konstruktiv einzubringen.
Alle Meinungen, Wünsche und Anregungen, die bis Donnerstag, 6. November, auf der Webseite eingehen, fließen in den ersten Projektworkshop Anfang November ein. In dem nicht-öffentlichen Workshop werden die Sport- und Naturschutzverbände, die betroffenen Kommunen sowie die Grundeigentümerinnen und -eigentümer zu Wort kommen. Eingeladen sind die Mitglieder des Projektarbeitskreises, in dem etwa 40 verschiedene Institutionen vertreten sind. Durch das Angebot auf der Webseite haben nun auch alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich dazu einzubringen.
An den vergangenen Herbstwochenenden wurde wieder einmal deutlich: das Isartal liegt zahlreichen Erholungssuchenden sehr am Herzen. Das Ziel des Projekts „NaturErholung Isartal im Süden von München“ ist es, die zahlreichen Nutzungsbedürfnisse der jeweiligen Interessengruppen im Isartal kennenzulernen und auszutauschen, die Übereinstimmungen und Unterschiede in den Positionen zu identifizieren und schließlich gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Einerseits gilt es, das verträgliche Miteinander der Menschen in diesem Bereich zu gewährleisten, andererseits vor allem dem Naturschutz und dem so genannten Verschlechterungsverbot nachzukommen, das für das Natura-2000-Gebiet „Oberes Isartal“ gilt.
„Viele Tiere finden keine Rückzugsräume mehr, weil das eng verzweigte Wegenetz zu einer dauerhaften Störung in der ganzen Fläche führt“, erklärt Martin Hänsel, stellvertretender Geschäftsführer der Kreisgruppe München des Bundes Naturschutz in Bayern und passionierter Mountainbiker bei einer Führung im Rahmen des Projekts. Der Austausch zwischen Naturschutz und Sportverbänden, der im Rahmen des Projektes vorangetrieben wird, hat den Blick von Oliver Heinrich, Mitglied der Deutschen Initiative Mountainbike, bereits geschärft. „Ich erlebe meine Bike-Runden im Isartal heute anders als früher: Die Unbeschwertheit ist gewichen, doch dank der Hintergrundinformation erlebe ich vieles bewusster und damit auf eine andere Art reizvoll.“ Heinrich wünscht sich eine gegenseitige Rücksichtnahme aller Freizeitnutzerinnen und -nutzer und fordert, dass die Bedürfnisse der Mountainbike-Fahrenden im Isartal auch vom Naturschutz wahrgenommen und akzeptiert werden.
Das Projekt „NaturErholung Isartal“, das vom Bayerischen Naturschutzfonds mit Mitteln der Glücksspirale gefördert wird, ist nach etwa einem halben Jahr Laufzeit bereits auf einem guten Weg. Bei der Sitzung des Projektarbeitskreises Mitte Oktober zeigten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Sport- und Naturschutzverbände zuversichtlich, dass am Ende trotz bestehender Konflikte und Meinungsverschiedenheiten Kompromisse gefunden werden können, die von allen Seiten mitgetragen werden. Dies wäre ganz im Sinne der bereits 2012 formulierten „Resolution zum Schutz des oberen Isartals“, die zur Bewahrung des Isartals als einzigartiges Naturerbe und überaus beliebtes Naherholungsgebiet aufruft.

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