Abuja

Abuja ist seit dem 12. Dezember 1991 die Hauptstadt von Nigeria in Westafrika. Sie hat derzeit (Berechnungsstand 2012) ca. 1,5 Millionen Einwohner. Abuja ist auch die Hauptstadt des Federal Capital Territory. Das Territory (Sonderform eines Bundeslandes) wird direkt von der Bundesregierung durch einen Bundesminister verwaltet (Ministry of FCT) und entsendet einen eigenen Senator in die nigerianische Nationalversammlung. In Abuja befindet sich der Sitz des Sekretariats der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Abuja liegt in Zentral-Nigeria zwischen dem muslimisch dominierten Norden und dem christlich dominierten Süden. Die Lage wurde beim Umzug der Hauptstadt von Lagos bewusst gewählt, um einen gleichwertigen Zugang zu politischer Macht für beide Landesteile zu symbolisieren. Abuja liegt in der Savanne. Es dominieren Bäume, die mit einer monatelangen Trockenzeit keine Probleme haben, wie die Schirmakazie, wilde Orangen- und Bananen-Bäume (die aber meist an den Wasserläufen kleiner Flüsse oder Bäche wachsen), der Kapokbaum sowie Mangobäume. Aufgrund der dichten Besiedlung ist die Tierwelt in der Region stark dezimiert. Vereinzelt können Schlangen, Krokodile und Affen gesehen werden. Hinzu kommen die Fulani mit ihren Rinderherden, die in den Abendstunden ihr Vieh auch durch Abuja treiben. Bereits im Jahr 1976 fasste die nigerianische Regierung den Beschluss, die Hauptstadt von Lagos an der Küste in das Zentrum des Landes zu verlagern und begann die Planstadt auf dem Reißbrett zu erschaffen. Der japanische Stadtplaner Kenzō Tange konzipierte die Planhauptstadt. Erbaut wurde die Stadt durch Baufirmen aus Frankreich, Deutschland, Niederlande, Italien und anderen Ländern. Finanzielle Probleme sowie der schleppende Fortschritt der Bauarbeiten verzögerten den raschen Umzug der Regierung. Die Kosten wurden größtenteils durch die Erlöse aus dem Erdölexport gedeckt. Vom einst entworfenen Masterplan für die Gestaltung der Stadt ist bisher erst etwa ein Fünftel realisiert. Das geplante Geschäftszentrum der Stadt zum Beispiel mit dem Hauptbahnhof und Fußgängerzonen ist bis heute weitestgehend Ödland. Politiker betonen aber immer wieder, dass der Masterplan aus den 1970er-Jahren noch zu realisieren sei und so gehen die Bauarbeiten tatsächlich weiter. Unweit des Sheraton-Hotels am Sani Abacha Way entstand Anfang 2009 ein Einkaufszentrum mit Kinosälen. Zahlreiche Straßen werden aus- oder neugebaut. Innerhalb des Autobahnringes wird moderat am Ausbau der Stadt gearbeitet. Entstehende Elendsviertel werden hier schnell beseitigt. Es entstehen heute vor allem Villen sowie neue Geschäfts- und Verwaltungsgebäude. In den westlich davon gelegenen Stadtteilen (Phase 2) existieren preiswertere Wohnviertel. Außenherum aber entstehen Vorstädte in großer Geschwindigkeit, auf die die Definition für Slums zutrifft. Diese Armutsviertel wachsen so rasant, dass sich die Einwohnerzahl Abujas in nur zehn Jahren auf 15 bis 20 Millionen Menschen erhöhen könnte. Einige Vorstädte weisen ein Wachstum von 20 bis 30 % pro Jahr auf. Eine echte Innenstadt mit der Konzentration auf viele Geschäfte und Verwaltungseinrichtungen fehlt bis heute. Geplant ist eine solche City im Central District. Auf einer Länge von 6,5 km bei einer Breite von etwa 700 Metern soll dort ein zentraler Boulevard mit großstädtischer Bebauung eine Innenstadt formen. Im Osten wird dieser Bereich durch den Eagle Square begrenzt, im Westen durch das National Hospital. Die Constitution Avenue (Road B6) bildet den nördlichen Rand der künftigen City, Independence Avenue (Road B12) den südlichen. Derzeit konzentriert sich das geschäftliche Leben auf einige Teile des Wuse-Bezirks. Am 16. Juni 2011 fand ein Selbstmordanschlag auf dem Parkplatz des Hauptquartiers der Polizei statt. Dabei wurden mindestens 30 Menschen getötet. Am 26. August desselben Jahres starben 25 Menschen bei der Explosion einer Autobombe, die die unteren Stockwerke des United Nations House Abuja, des Hauptquartiers der Vereinten Nationen in Nigeria zerstörte. Da Abuja vor weniger als 50 Jahren neu gegründet wurde, weist das Stadtbild keine historischen Gebäude auf. Alle Gebäude sind in den letzten 30 Jahren entstanden. Daher dominiert der Baustil der 1980er und 90er Jahre die Skyline. In den letzten Jahren sollen dieser vermehrt hohe Gebäude hinzugefügt werden. So war zum 20. Geburtstag der Stadt im Jahr 2011 die Fertigstellung des 170 Meter hohen Millennium-Towers vorgesehen. Die Finanzierung des Projektes jedoch läuft so schleppend, dass die Inbetriebnahme dieses riesigen Freizeitkomplexes noch viele Jahre auf sich warten lassen wird.
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