Ai Weiwei

Ai Weiwei ist ein chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator. Er ist der Sohn des Dichters und Malers Ai Qing und Halbbruder des Malers Ai Xuan. Nach regierungskritischen Äußerungen im Rahmen der Proteste in China 2011 war er seit dem 3. April 2011 an einem unbekannten Ort in Haft. Ihm wurde ein Wirtschaftsdelikt vorgeworfen. Der Sprecher des Außenministeriums Hong Wei erklärte: „Provokante Menschen wie Ai Weiwei muss man im Zaum halten.“ Am 22. Juni 2011 wurde Ai Weiwei unter strengen Auflagen und gegen Kaution freigelassen.

Ai Weiwei kommentiert in seinem Werk die gravierenden Veränderungen, die in China seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes stattfinden. Er kritisiert die Verstöße gegen die Menschenrechte, wirtschaftliche Ausbeutung und Umweltverschmutzung in seiner Heimat und bezieht sich formal nicht nur auf künstlerische Traditionen Chinas, sondern auch auf den Mitbegründer der Konzeptkunst und Wegbereiter des Dadaismus Marcel Duchamp. In Installationen verwendet er Objekte wie Antiquitäten oder spirituelle Gegenstände, um sie in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Regelmäßig nimmt er an Performances teil, auch im Rahmen seiner Ausstellungen. Ai Weiwei gehört zu den international bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen chinesischen Kunst.

In seinem Werk beschäftigt sich Ai mit vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen, unter anderem schuf er Bilder, Bücher, Filme, Häuser, Installationen, Photographien und Skulpturen.
Ai Weiwei stand dem Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron als künstlerischer Berater bei der Konstruktion des Nationalstadion Pekings für die Olympischen Sommerspiele 2008 zur Seite. Im Dokumentarfilm Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China war er einer der Protagonisten. Ai hatte zwar Herzog & de Meuron zu Beginn des Projektes beraten, dieses jedoch später vehement als megaloman und inadäquat kritisiert. Dies zeigte sich schließlich auch in der unverhältnismäßig hohen Kostenüberschreitung, welche sogar zur Diskussion über den Abbruch des Bauvorhabens führte.

Kurz vor der Eröffnungsfeier der Spiele verzichtete er auf die Teilnahme.

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron kuratierte Ai das fehlgeschlagene Architekturprojekt Ordos 100, eine Wohnsiedlung in der Nähe der Stadt Ordos in der Inneren Mongolei. Dabei sollten 100 Villen von 100 Architekten aus 27 Ländern, ausgewählt von Herzog & de Meuron, entworfen werden.

Zwischen 2003 und 2005 schuf Ai mehrere Langfilme über die mit Verkehr überfüllten Straßen von Peking. In den Filmen Beijing: The Second Ring und Beijing: The Third Ring fährt die Kamera die Straßen des Chang’an-Boulevards und des zweiten und dritten Rings ab. Ai erläuterte die Filme als ein „fast mathematischer, un-emotionaler Weg, um die Ohnmacht der Menschen und die blinde Natur städtebaulicher Sanierung zu zeigen“.

Der Dokumentarfilm Ai Weiwei: Never Sorry von Alison Klaymann (2012) zeigt Ausschnitte aus drei Jahren seines Lebens, darunter auch die Szene seiner Verhaftung 2011. Die deutsche Premiere fand auf der Documenta in Kassel statt.
Einzelausstellungen wurden vor allem in Australien, Belgien, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea und in den USA gezeigt. Er nahm an der 48. Biennale von Venedig, Guangzhou Trienniale 2002 in China, Biennale of Sydney 2006 und an der documenta 12 teil. Für die documenta gestaltete er das Projekt Fairytale und die Außenarbeit Template, die nach einem starken Unwetter kollabierte.

2006 wurde im MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main die Installation territorial gezeigt. Hier wirkten seine Objekte zusammen mit den Installationen des amerikanischen Künstlers Serge Spitzer.
2010 war vor dem Eingang zur Art 41 Basel auf dem Messeplatz von Ai Weiwei “Field, 2010” installiert.
2010/2011: The Unilever Series: Sunflower Seeds. Tate Modern, London. Auf dem Boden der früheren Turbinenhalle sind raumabdeckend ca. einhundert Millionen mit der Hand aus Porzellan gefertigte Sonnenblumenkerne ausgeschüttet, für die anfangs geplant war, dass sie von den Besuchern betreten werden können. Aufgrund des festgestellten Abriebs ist dies mittlerweile (Stand 5. November 2010) nicht mehr möglich.
2011: Im März 2011 sollte die zweite Werkschau von Ai Weiwei in Peking eröffnet werden. Doch der Künstler sagte die Ausstellung Mitte Februar selbst ab, da sie wegen der gleichzeitig stattfindenden Jahrestagung des Volkskongresses verschoben werden sollte.
2014: Evidence, Martin-Gropius-Bau, Berlin.

Der von Kasseler Bürgern gestiftete Bürgerpreis Das Glas der Vernunft ging 2010 an Ai Weiwei. Die Laudatio hielt der Direktor der Kunsthalle Düsseldorf Gregor Jansen. Der Preis „wird seit 1991 an Politiker, Künstler und Wissenschaftler verliehen, die sich um Aufklärung, Vernunft und Toleranz verdient gemacht haben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.“
Am 28. November 2010 wurde ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels nach ihm benannt: (83598) Aiweiwei.
Im Jahr 2011 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Arts (Hon. RA) verliehen.

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