Bergbau

Die Bergwirtschaft steht an einem Scheideweg. Grund dafür ist der Ausstieg aus der Energiegewinnung mittels Braunkohle. Sicherlich ist dies nicht der einzige Rohstoff, der bergmännisch gewonnen wird. Doch handelt es sich um den größten Posten in diesem Bereich. Was aber wird dauerhaft passieren, wenn dieser Zeitpunkt tatsächlich und endgültig gekommen ist? In einigen Bereichen der Bergbaugebiete ist es bereits Realität. Andere werden folgen. Doch was ist bis dahin? Und was kommt danach?

Die Produkte des deutschen Bergbaus


Der Bergbau hat in Deutschland eine lange Tradition. Allerdings kann er nur auf eine kleine Auswahl an Rohstoffen herabblicken.

  • Salz

  • Silber

  • Braunkohle

  • Steinkohle

  • Erdöl

  • Erdgas

  • Zinn

  • Wolfram

  • Wismut

  • Uran


Wir wollen nicht übermütig sein. Im Weltvergleich sind die in Deutschland zu fördernden Mengen an Erzen nicht in den oberen Rängen zu finden. Selbiges gilt für Erdgas und Erdöl.

Wirklich das Ende der fossilen Brennstoffe?


Schauen wir uns die fossilen Brennstoffe an, werden wir feststellen, dass es sich dabei um Erdöl, Erdgas, Steinkohle und Braunkohle handelt. Zudem kommt Uran dazu, um zu den Brennstäben für die Atomkraftwerke verarbeitet zu werden. Was alle fossilen Brennstoffe gemeinsam haben, ist der aufwendige Abbau in Bergwerken. Und noch eines haben sie gemein: Sie hinterlassen Rückstände und Abgase in irgendeiner Art, die die Umwelt schädigen, kurz- oder auch langfristig. Ein Zustand, der in dieser Form nicht weiter stattfinden sollte. Kein Wunder, dass nach einem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffe gefragt wird. Eine Forderung, die allerdings nicht auf einmal umgesetzt werden kann. Es kann nur Schritt für Schritt gehen. Und das hat gute Gründe.

  • Die Arbeitskräfte: Würde der deutsche Bergbau im Bereich der Braunkohle von einen Tag auf den anderen schließen müssen, würde in den entsprechenden Regionen die Zahl der Arbeitslosen sprunghaft ansteigen. Leider wären diese Personen nur schwer bis gar nicht vermittelbar, da es ja ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr gibt.

  • Die Bergwerke: Natürlich kann man sie nicht einfach in dem Zustand lassen, in dem sie sich zur Zeit befinden. Sie müssten gesichert oder wieder renaturiert werden, je nachdem, was möglich wäre. Hierfür sind gut Konzepte notwendig, die zunächst einmal für jede einzelne Region, für jeden einzelnen Stollen geschaffen werden müssen. Ein zeitraubendes Unterfangen.

  • Regenerative Energie: Ja, die verschiedenen Formen sind bereits bekannt. Aber sie sind noch nicht wirklich ausgereift. Dies haben die letzten Berichte verschiedener Medien ergeben. So schlagen Umweltschützer immer wieder Alarm, wenn es um die Windräder geht. Ganze Wälder werden für sie abgeholzt. Vögel fliegen mitten in die Rotoren hinein. Und nun gibt es auch noch Berichte, dass die Rotorblätter, wenn sie ausgedient haben, nicht vernünftig entsorgt werden können. Zudem ist es immer noch nicht möglich, flächendeckend die gewonnene Energie zu den Hauptleitungen zu transportieren. Transformatoren fehlen und von den fehlenden Verträgen mit den Energiefirmen ganz zu schweigen. Auch hier ist noch viel Nachholbedarf.


Die Bergwirtschaft am Scheideweg


Sicherlich ist der Ausstieg aus der Braunkohle bereits beschlossen. Dennoch sieht sich der deutsche Bergbau nicht am Ende. Im Gegenteil: Jetzt ist es notwendig, der Nachfrage nach anderen Rohstoffen nachzugehen. Andere Rohstoffe können aufgrund erhöhter Nachfrage abgebaut werden. Sicherlich bringen die meisten den deutschen Bergbau automatisch mit Stein- und Braunkohle in Verbindung. Aber es gibt in unserem Land noch viele andere Rohstoffe, die für diverse Herstellungsprozesse benötigt werden. Herstellungsprozesse, bei denen letztlich Alltagsprodukte entstehen. Hierzu gehören unter anderem Kalisalze, die für die Herstellung von Dünger benötigt werden, und Lithium für die Batterie-Herstellung für E-Autos und E-Bikes. Aber dies sind nur 2 Optionen. Noch weitere Bodenschätze warten darauf,  ans Tageslicht gebracht zu werden:

  • Quarz

  • Quarzsande

  • Magnesium

  • Graphit

  • Tone, feuerfest

  • Kaolin

  • Flussspat

  • Feldspat

  • Schwerspat


Rund 50.000 Bergarbeiter mussten nach dem Ende des Steinkohleabbaus in anderen Bergwerken untergebracht werden. Doch waren es nur 10.000, die direkt weiterarbeiten konnten. Doch war hierfür auch Flexibilität notwendig. Denn nicht alle Bergwerke befanden sich in der Nähe des üblichen Steinkohleabbaus. So sind in Baden Württemberg und Sachsen verschiedene Fundorte für Schwer- und Flussspat zu finden.

Es befinden sich in Deutschland rund 1.000 Betriebe, die sich mit dem Abbau von Mineralien im Bergbau beschäftigen. Knapp 900 Millionen Tonnen Rohstoffe können auf diese Weise ans Tageslicht gebracht werden, um in der Industrie verarbeitet zu werden. Das führt zu einem Umsatz von rund 12 Milliarden Euro.

Neue Bergwerke für neue Rohstoffe


Die Bergwerke, in denen Steinkohle oder Braunkohle abgebaut wird, sind nicht  für den Abbau der neuen Rohstoffe zu nutzen. Daher ist es notwendig, neue Abbaugebiete zu erschließen. Ein Vorhaben, das nicht von heute auf morgen durchgeführt werden kann. Doch die Adern scheinen recht ergiebig zu sein, sodass es sich definitiv lohnt, die Bergwerke aufzubauen und in Betrieb u nehmen.

Auch die Erden gehören zur Bergwirtschaft


Die meisten Menschen wissen es gar nicht, aber auch der Abbau der verschiedenen Erden, die etwa im Bauwesen, aber auch im Garten " und Landschaftsbau verwendet werden. Doch nicht nur diese uns allzu gut bekannte Form der Erden gehört in diesen Bereich. Torfe, Schotter, grobe Steine, diverse Mineralien, die etwa zum Fertigen von Dachziegeln und anderen Bausteinen benötigt werden, fallen ebenfalls in diese Kategorie. Schaut man sich den aktuellen Bauboom an, wird man verstehen, warum der Abbau von diesen Erden so wichtig.

Fazit


Die Bergwirtschaft in Deutschland hat zur Zeit nicht gerade den besten Stand, das mag zur Zeit richtig sein. Doch wurden neue Wege eingeschlagen, neue Ziele formuliert. So wird es möglich sein, auch diesen Wirtschaftszweig bestmöglich zu erhalten und weiter auszubauen, auch wenn die beiden ehemaligen Hauptstandbeine nicht mehr bestehen.
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