Devisen

Devisen im weiteren Sinn sind unbare Zahlungsmittel aus dem Ausland mit fremder Währung. Dazu gehören Zahlungsanweisungen, Schecks und Wechsel. Im engeren Sinn sind Devisen Bankguthaben, die bei einem ausländischen Kreditinstitut deponiert sind. Der Devisenmarkt (Forex) ist weltweit der größte Finanzmarkt; an ihm werden täglich mehr als 4 Billionen Dollar umgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Handelsobjekten werden Devisen rund um die Uhr gehandelt.

Frei verkehrsfähig sind Devisen nur, wenn sie voll konvertierbar sind. Die Konvertierbarkeit wird von der Zentralbank des jeweiligen Landes festgelegt und bestimmt den freien Handel mit einer Währung. Gehandelt werden Devisen unter anderem an Devisenbörsen wie der NYSE Euronext.

Zum Devisenhandel gehören Devisenkassa- und Devisentermingeschäfte. Die Kurse richten sich nach Angebot und Nachfrage. Amtliche Makler ermitteln dazu täglich einen Mittelwert. Üblich ist, dass der Preis der Inlandswährung im Verhältnis zu einer bestimmten Menge der Auslandswährung angegeben wird (Preisnotierung), daneben gibt es auch Mengennotierungen, die umgekehrt den Kurs einer Devise in der Auslandswährung angeben. Es werden immer nur zwei Währungen gegeneinander verglichen, zum Beispiel Euro und Dollar oder Dollar und Yen, deshalb spricht man auch von Währungspaaren.

Die amtlichen Börsenbehörden geben in Tages- oder Börsenzeitungen regelmäßig eine Kursliste heraus, in der sowohl der Briefkurs als auch der Geldkurs einer Devise ausgewiesen sind. Der Briefkurs bezeichnet dabei den Devisenwert, zu dem die Banken für ihre Kunden Devisen kaufen, wohingegen der Geldwert den Verkaufswert darstellt. Anleger erzielen Gewinne über Änderungen im Wechselkurs. Lukrativ ist das Devisengeschäft unter anderem deshalb, weil sich mit geringen Geldbeträgen hohe Gewinne erzielen lassen. Denn beim Kauf einer Währung muss der Käufer nicht den vollen Betrag bezahlen, sondern nur eine Sicherheit (Margin) von 1 % investieren. Damit entsteht eine Hebelwirkung, die dem Anleger im positiven Fall eine 100%ige Erhöhung der Gewinnspanne garantiert (Leverage-Effekt). Das gleiche gilt allerdings auch für den Fall einer negativen Kursentwicklung, der Handel mit Devisen birgt daher ein hohes Risiko für den Anleger.

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