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Oberster Bischof Nigerias kritisiert Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes

Abuja - Vor seinem Deutschland-Besuch hat der führende katholische Bischof Nigerias, Erzbischof Ignatius Kaigama, Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für sein Land kritisiert. Sie spielten der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram in die Hände, erklärte Kaigama in der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Nach Terroranschlägen "ist alles, was wir aus Europa hören: Fahrt da nicht hin", so der Erzbischof, "das ist das falsche Signal".

In der kommenden Woche ist Kaigama, der Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz Nigerias ist, zu Gast bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Nach Ansicht Kaigamas lösen Reisewarnungen eine gefährliche Abwärtsspirale aus. So würden Geschäftsleute ihre Aktivitäten drosseln, wenn internationale Kontakte zurückgingen. "Genau dies verbuchen die Terroristen als Erfolg", erklärte der Erzbischof. "Sie fühlen sich als Sieger." Statt Reisewarnungen auszusprechen, solle die internationale Gemeinschaft Nigeria verstärkt beim Kampf gegen den islamistischen Terror unterstützen. Bei Kämpfen zwischen Christen und Muslimen wurden in Nigeria seit 2009 mehr als tausend Menschen getötet. Für die meisten Anschläge wurde die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verantwortlich gemacht. Die Gruppe kämpft mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates in Nordnigeria mit der Scharia als Gesetz. Als Vorsitzender eines Interreligiösen Komitees für Frieden versucht Kaigama zusammen mit muslimischen Geistlichen, die Konflikte zwischen Muslimen und Christen in seiner Heimat zu entschärfen. Im Juli wurde er dafür mit dem "Golden Doves for Peace Award 2012" des italienischen Forschungsinstituts Archivio Disarmo ausgezeichnet.

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