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OECD-Chef erwartet tiefe weltweite Rezession

Der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Angel Gurría, sieht eine tiefe weltweite Rezession. "Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass das Bruttoinlandsprodukt weltweit und in den verschiedenen Weltregionen in diesem und auch in den nächsten Quartalen 2020 schrumpfen wird", schreibt Gurría in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Auch Entwicklungsländer dürften ähnlich wie nach der Finanzkrise 2008 "großen wirtschaftlichen Schaden" erleiden.

Der Chef der Industriestaaten-Organisation mahnt eine bessere weltweite Zusammenarbeit der Staaten bei den Hilfsmaßnahmen gegen die Coronakrise an " sowohl in der Gesundheits- und Forschungs- als auch in der Wirtschaftspolitik und Bankenaufsicht. "Die Regierungen sollten gemeinsam handeln, anstatt unkoordinierte Maßnahmen zu ergreifen." Die Abstimmung zwischen den Zentralbanken sei begrüßenswert, ebenso die jüngste Erklärung der G7-Staaten sowie die geplante Videokonferenz der G20-Staaten. "Dennoch ist dringend eine wesentlich intensivere Abstimmung über die gesamte Bandbreite der Politikbereiche erforderlich." In der globalisierten Welt könnten viele Fragen nicht mehr innerhalb nationaler Grenzen behandelt werden, unabhängig davon, ob es sich um ein Virus, Handel, Migration, Umweltschäden oder Terrorismus handele. Gurría sieht die Weltgemeinschaft vor einer historischen Wiederaufbau-Aufgabe. "Unsere Zielsetzung muss so ambitioniert sein wie der Marshall-Plan, in dessen Rahmen die OECD gegründet wurde. Und wir brauchen eine Vision, die dem New Deal " den Wirtschafts- und Sozialreformen in den USA in den 1930er-Jahren " entspricht, allerdings auf weltweiter Ebene."

Foto: Industrieanlagen, über dts Nachrichtenagentur

 

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