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Ökonom kritisiert Geldpolitiken der Notenbanken

Euro- und Dollarscheine, über dts NachrichtenagenturDer Ökonom Tomas Sedlacek prangert die ultra-lockeren Geldpolitiken der Notenbanken an. Im Interview mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) sagte er: "Die Zentralbanken schaffen eine künstliche Umgebung, suggerieren eine risikofreie Zukunft." Dennoch würden sie bereits seit mehreren Jahren nicht ihr Ziel erreichen, das Wirtschaftswachstum zu stärken.

Der Professor an der Karls-Universität in Prag vergleicht die lockere Geldpolitik und die Mini-Zinsen mit der Verabreichung von Drogen. Zur jüngsten weiteren Lockerung der EZB urteilt er: "Es gehen uns die Drogen aus – und eine Entgiftung wird schmerzhaft." Schuldensenkung muss seiner Meinung nach wichtiger sein als Wachstum. Das Thema Griechenland mit seiner Überschuldung bleibe aktuell. Bei unverändertem Verhalten werde Griechenland in 20 Jahren wie ein Vorreiter erscheinen. Er glaubt: "Dann werden wir sehen: Die Athener waren uns voraus, sie sind zwei Jahrzehnte vor den anderen Ländern bankrott gewesen." Sedlacek plädiert dafür, sich von einigen Überzeugungen zu verabschieden. "Es wird auch Jahre ohne Wachstum geben", sagt er. Die Europäer dagegen "reagieren hysterisch auf Schwankungen des Wachstums". Genau das aber müsse man akzeptieren und sich nicht vom Kapitalismus, aber vom "Wachstums-Kapitalismus" verabschieden.
Foto: Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur

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