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Pädagoge beklagt „viel Unwissen“ bei Polizeianwärtern

Im Zuge der Debatte um Rassismus bei der Polizei und Polizeigewalt hält der Duisburger Pädagoge Burak Yilmaz bei der deutschen Polizei intensive Bildungsarbeit zum Thema Rassismus für nötig. „Ich habe bei Polizeianwärtern immer viel Interesse festgestellt, sehr viel Neugierde, aber auch viel Unwissen“, sagte Yilmaz dem Nachrichtenportal Watson. Der Pädagoge arbeitet in Bildungsprojekten mit Jugendlichen und war mehrere Jahre als Dozent an einer Polizeihochschule tätig, wo er Polizeianwärter für Rassismus und Antisemitismus sensibilisierte.

Zur Frage, ob – wie von der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken formuliert – bei der deutschen Polizei „latenter Rassismus“ herrsche, sagte Yilmaz: „Das hängt davon ab, was man unter `latentem Rassismus` versteht. Wir Deutsche mit Migrationsgeschichte erleben auf jeden Fall auch von der Polizei Rassismus.“ Bei den Seminaren für angehende Polizisten habe er seine Zuhörer erreicht, wenn er über persönliche Erfahrungen mit Rassismus erzählte, so Yilmaz. „Viele angehenden Polizisten fragten, wie sich so etwas wie `Racial Profiling` eigentlich bei jemandem anfühlt, der das erlebt.“ Es sei dringend nötig, dass Polizisten – gerade in sogenannten „Problemvierteln“ – eine Vorbildfunktion für die Bürger entwickelten. „Mir persönlich ist wichtig, dass es gerade in Städten wie Duisburg – und ganz besonders in Stadtteilen, die als `No-Go-Area` diffamiert werden – Vorbilder in der Polizei gibt, die nahe an den Bürgern arbeiten, mit denen die Menschen sich identifizieren können.“

Foto: Polizeieinsatz, über dts Nachrichtenagentur

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