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Printmarketing – selbst im digitalen Zeitalter gefragt

Vor rund fünf Jahren hieß es in einem Blogartikel, dass immer mehr Tageszeitungen in der gedruckten Form Insolvenz anmelden müssen. Der Grund dafür: das Internet . Es wurde sogar von einigen der Untergang der Printmedien prophezeit. Doch in Wahrheit zeigt sich ein ganz anderes Bild, auch wenn es immer wieder einige Turbulenzen gibt.

Ist es das Ende der gedruckten Tageszeitung?

In 2018 analysierte CIVEY in einer Studie die Nutzung der Tageszeitungen in Deutschland. Civey befragte die Bundesbürger, ob und wie oft sie noch eine Tageszeitung in die Hand nehmen und lesen, ob sie sich lieber online informieren oder ein Printexemplar öffnen. Zudem wollte Civey wissen, ob die gedruckte Variante fehlen würde, wenn es tatsächlich dazu käme, dass diese ausstirbt. Die gute Nachricht ist, dass 11,6% der Bundesbürger angaben, überhaupt keine Tageszeitung zu lesen. Das heißt, dass fast neun von 10 Bürgern zumindest gelegentlich eine gedruckte Tageszeitung oder deren Onlineseiten lesen. Dabei bevorzugen 31% die Tageszeitung lieber „online“ und 18% „beides gleich gern“. Ein weiterer Rückblick: Im November 2012 schrieb die Frankfurter Rundschau, kurz nach dem sie Insolvenz angemeldet hatte (Zitat): „Die Tageszeitung wird, ob gedruckt oder digital, auch in Zukunft überleben, weil sie für die Menschen, die an ihrer Umwelt teilhaben wollen als Zeitgenossen, unverzichtbar ist“. Ein Blick auf die Auflagen- und Verkaufszahlen der letzten Jahre zeigt jedoch ein ganz anderes Bild. Im Dezember 2012, kurz nach dem Konkurs der Frankfurter Rundschau, die letzten Ausgabe der Financial Times Deutschland. Zum 01. Februar 2013 wurde die Redaktion der Westfälischen Rundschau eingestellt und ein Jahr später meldete die Münchener Abendzeitung im März 2014 Insolvenz an. Im dritten Quartal des Jahres 2002 wurden in Deutschland täglich noch 27,49 Millionen Tageszeitungen aufgelegt, so waren es im 3. Quartal 2012 nur noch 21,13 Millionen. Geht der Abwärtstrend so weiter, dann könnte die letzte Tageszeitung im Jahr 2034 über die Druckerpresse rollen.

Printmedien & Printmarketing – weiterhin gefragt

Anders sieht es aus beim Printmarketing. Dieses ist noch immer lukrativ und ein Ende ist hier nicht absehbar. Der Grund ist, dass die Anzeigen in den Zeitungen noch immer eine lukrative Werbefläche ist, mit der es möglich ist, die Menschen direkt zu erreichen. Neben den Tageszeitungen gibt es noch weitere wichtige Printmedien, wie Fachmagazine. Hier zeigt die Fachpresse-Statistik ein Umsatzplus von 1,1% in 2018. Damit zeigt sich die Deutsche Fachpresse erneut auf einer stabilen und zukunftsorientierten Position in der deutschen Fachmedienbranche. Der Umsatz stieg in 2018 auf 7,73 Milliarden Euro, zum Vergleich: 2017 waren es 7,65 Mrd. Euro. Eine weitere Form der Printmedien die weiterhin bestehen werden sind Flyer und Plakate, die in der Regel von regionalen Unternehmen wie reproplan Berlin , gedruckt werden. Vor allem die Flyer bieten sich an, an Stellen mit hohen Verkehrsaufkommen zu verteilen. So sind die Verbraucher zwangsläufig „gezwungen“ einen Blick auf das beworbene Produkt, die Dienstleistung oder das Event zu werfen. Anders sieht es online aus. Dort wird Werbung in der Regel nicht beachtet und weggeklickt. Eben aus diesem Grund wird das Printmarketing in diesem Bereich nicht aussterben.

Die Zeitungswelt verändert sich

Aktuell zeigt sich bei den überregionalen Tages- und Wochenzeitungen weiterhin ein Auflagenschwund, in den ersten drei Monaten des Jahres. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: „Die Zeit“, dass „Handelsblatt“ und „Der Freitag“ konnten ihre Auflagen im Vergleich zum Vorjahr steigern, wobei die beiden Ersten eine Steigerung aufgrund der Digital-Leser verzeichneten. Der Verlierer in den ersten drei Monaten 2019 war „Die Welt“ mit einem extremen Minus von 17% beim Einzelverkauf sowie bei den Abos. Selbst die „Bild“ musste ein Minus von 9,3% verzeichnen und kam auf 1,29 Mio. verkaufte Exemplare in den beiden wichtigen IVW-Kategorien. Zeigt das auf, dass die Zukunft der Tageszeitung im Internet liegt ? Hier gilt zu bedenken, dass auch dort die Konkurrenz groß ist. Leser die sich über die aktuellen Geschehnisse in der Region, in Europa oder der Welt informieren möchten, die erhalten bei Tagesschau.de oder t-online.de eine hervorragende Nachrichtenqualität und das kostenlos. Zudem bieten viele der Nachrichtenseiten Analysen und Hintergrundberichte bereits am Tag des Geschehens an, während diese in den Printexemplaren erst am nächsten Tag erscheinen.

Je jünger, desto seltener werden Printmedien gelesen

Die Konkurrenz aus dem Internet wird häufig als Ursache für das Zeitungssterben gesehen. Die Civey Daten zeigen auf, dass der durchschnittliche Zeitungsleser in der Regel „alt“ sei und viele der Leser einfach „versterben“ würden, während die jüngere Generation die Information schneller online findet. Zwar stimmt das, doch die Civey Daten zeigen ebenfalls auf, dass sich die jüngeren Deutschen im Alter zwischen 18- bis 29 Jahren nach wie vor durch die Tageszeitung informieren. Fazit ist, dass das Zeitungssterben noch keine akute Gefahr zu sein scheint. Denn immerhin lesen rund 33,7% der Bundesbürger nach wie vor die gedruckten Tageszeitungen, 10,2% davon mehrmals in der Woche und 8,8% mehrmals im Monat. Nur 22,3% geben an, dass Sie niemals ein gedrucktes Exemplar in die Hand nehmen. Darüber hinaus würden 60,5% der Bundesbürger sogar den Verlust der gedruckten Ausgaben bedauern. Am Ende scheint es, dass sich das Sterben der Printexemplare der meisten Tageszeitungen nicht aufhalten lassen wird. Sicherlich ist das für die Mitarbeiter der Redaktionen bitter, aber es muss nicht das Ende der Tageszeitung bedeuten. Denn gelingt es den Verlagen, online Geschäftsmodelle zu entwickeln, durch die guter Journalismus möglich ist, dann kann die Tageszeitung, wie von der Frankfurter Rundschau prognostiziert „auch in Zukunft überleben“.

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