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Saarbrücken stellt innovatives Modellprojekt für Jugendförderung auf die Beine

Schule - Saarbrücken stellt innovatives Modellprojekt für Jugendförderung auf die BeineJeder Jugendliche soll an Bord. Deswegen haben die Partner im Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar (ZFS) im Rahmen einer Pressekonferenz am 29. Mai eine Kooperationsvereinbarung zur Umsetzung ihres Flaggschiffprojektes „Lückenlose Betreuung“ im Landkreis Neunkirchen unterzeichnet. Projektpartner sind Wirtschaftsministerium, Bildungsministerium, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, IHK, HWK und der Landkreis Neunkirchen, der gleichzeitig als Träger der Maßnahme fungiert. Ziel des Modellprojektes ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf möglichst reibungslos und ohne Brüche zu ermöglichen.
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Viele drohen am Über-gang von der Schule in den Beruf verloren zu gehen, ohne auf dem saarländischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das wollen wir ändern. Die Jugendberufsagentur und die Schulen werden enger verzahnt. Sie sollen mit einer neuen Netzwerkstelle zusammenarbeiten. Somit können wir auf die Jugendlichen zugehen und ihnen individuelle Unterstützung bei der Suche nach dem Einstieg ins Berufsleben anbieten.“
Im Rahmen des Modellversuchs ist vorgesehen, die Anschlussperspektiven und Vorstellungen der abgehenden Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I im Landkreis Neunkirchen zu erfassen und mit allen weiterführenden Schulen und Berufsbildungseinrichtungen innerhalb des Saarlandes abzugleichen. Schülern und Schülerinnen, die bereits im Rahmen der Sekundarstufe I Unterstützungsbedarf erkennen lassen, werden von der Jugendberufsagentur individuell beraten. Ebenso wird die Netzwerkstelle diejenigen Schüler, deren Verbleib mittels Datenabgleich nicht ermittelbar ist, kontaktieren, um festzustellen, ob hier weiterer Unterstützungsbedarf am Übergang Schule – Beruf vorliegt. Sollte dies der Fall sein, erhalten die Schüler von der Jugendberufsagentur ein individuelles Beratungsangebot.
Bildungsminister Ulrich Commerçon: „Wir wollen unseren Jugendlichen die Aussicht auf eine erfolgreiche berufliche Perspektive ermöglichen. Deshalb kann es uns nicht egal sein, was mit Schülerinnen und Schülern nach ihrer Schulzeit passiert. Der Modellversuch bietet eine große Chance, die Jugendlichen durch eine zielgerichtete Beratung zum Erfolg zu führen. Dass das Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar und die Projektpartner nun in einer Netzwerkstelle kooperieren, ist ein großer Fortschritt.“
Wie wichtig eine solche Vernetzung ist, zeigen Untersuchungen aus Hamburg: Der Verbleib von 30 Prozent der Jugendlichen ist nach dem Abgang aus allgemeinbildenden Schulen unklar. Diese benötigen auf ihrem Weg in die Berufsausbildung und Beschäftigung Unterstützung. Schließlich entspricht es auch der Interessenlage der Jugendlichen, durch eine optimierte und auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Beratung möglichst nahtlos eine Ausbildung starten zu können.
Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion: „Die gut funktionierende Jugendberufsagentur der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und des Jugendamtes im Landkreis Neunkirchen stellt neben einer individuellen, abgestimmten und zielorientierten Beratung auch sicher, dass notwendige Förderangebote für Jugendliche schnell und zielgerichtet wirken. Mit der engmaschigen Kooperation mit allen allgemeinbildenden Schulen wird die Idee der Jugendberufsagentur logisch weiterentwickelt. Damit sind wir künftig noch besser in der Lage, junge Menschen zu unterstützen, bevor sie auf der Strecke geblieben sind, sprich: keine Perspektive am Übergang Schule – Beruf für sich verbuchen können.“
Gehen wir davon aus, dass zwischen 10 und 20 Prozent der Schulabgänger eines Schuljahrgangs mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit der Unterstützung durch das Modellprojekt „Lückenlose Betreuung“ schneller in Ausbildung können, so stünden den Unternehmen saarlandweit nach entsprechender Anlaufzeit zwischen 500 und 1.000 Fachkräfte pro Jahr zusätzlich zur Verfügung. Mit dem Modellversuch im Landkreis Neunkirchen soll herausgefunden werden, wie groß dieses Potential tatsächlich ist, um anschließend über eine landesweite Ausdehnung zu entscheiden.
Der Landkreis Neunkirchen steht für die bis maximal Januar 2019 dauernde Modellphase als Projektträger zur Verfügung und kümmert sich organisatorisch und personell um die Einrichtung der Netzwerkstelle. Das Modellprojekt sieht vor, alle allgemeinbildenden Schulen mit Sekundarstufe I aus dem Landkreis Neunkirchen zu beteiligen. Dies betrifft rund 20 Schulen mit über 1.000 Schülern in den Abgangsklassen.
Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider: „Wir wollen mit der neuen Netzwerkstelle die bisherige Arbeit der Jugendberufsagentur, die den Namen JugendBeratungsZentrum Kompass trägt, um einen wichtigen Baustein erweitern und sicherstellen, dass jeder Jugendliche bei der Berufsfindung Hilfe bekommt, wenn er sie braucht.“
Die Personalkosten deckt das Wirtschaftsministerium aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Es sind Haushaltsmittel in Höhe von 372.000 Euro vorgesehen. Die lückenlose Betreuung beginnt voraussichtlich ab dem Schuljahr 2015/2016.

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