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Schäuble warnt vor zu früher Entscheidung über Kanzlerkandidatur

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Union vor einer zu frühen Entscheidung über die Kanzlerkandidatur gewarnt. Diese solle "nicht vor Ostern" fallen, sagte Schäuble am Dienstagabend bei einem Auftritt in der Berliner Redaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Kanzlerkandidat der Union werde nach seiner Benennung neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen.

Diese werde wahrscheinlich bis zum Ende ihrer Amtszeit eine "überragende Stellung, überragendes Vertrauen" in der deutschen wie der internationalen –ffentlichkeit haben. Das sei gut für das Land und damit auch für die CDU und die CSU, sagte der Bundestagspräsident. "Aber jeder, der da als Kanzlerkandidat daneben steht, der sollte den Zeitraum möglichst kurz halten." Schäuble sagte, in dieser Frage sei er nicht einer Meinung mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). Dieser hatte kürzlich gefordert, die Union solle sich schon vor dem Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart, auf dem ein neuer CDU-Vorsitzender gewählt werden soll, auf einen Kanzlerkandidaten festlegen. Er sei vielmehr der Meinung des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Der hatte der Union empfohlen, erst im März oder April nächsten Jahres die Frage der Kanzlerkandidatur zu klären. Schäuble, der sich im Rahmen einer Diskussion über den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung äußerte, sagte, wer CDU-Vorsitzender werde, entscheide sich zwischen den drei Bewerbern Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen. Er machte deutlich, dass er sie alle für geeignet hält, Kanzler zu werden. Allerdings hob er auch die Qualifikation von Gesundheitsminister Jens Spahn hervor. Spahns Talent habe er früher erkannt als manch anderer. Schäuble sagte, die Behauptung, dass eine Wahl zwischen drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz der Partei schade, halte er für "Quatsch". Demokratie sei nichts Nachteiliges. Dass die derzeitige CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bereits nach zwei Jahren wieder aus dem Amt scheide, habe "nicht an mangelnder Loyalität" der beiden Mitbewerber im Kampf um den Parteivorsitz, Merz und Spahn, gelegen. Es habe daran gelegen, dass das "Experiment in dieser Konstellation nicht gut gehen konnte". Schäuble spielte damit darauf an, dass Merkel Kanzlerin geblieben ist, nachdem Kramp-Karrenbauer Parteivorsitzende geworden war. Merkel hatte eine solche Parallelstruktur bei ihrem Rückzug vom Parteivorsitz selbst als "Wagnis" bezeichnet. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Wolfgang Schäuble, über dts Nachrichtenagentur

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