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Scholz kann wehleidige Politiker nicht ausstehen

Berlin - Olaf Scholz (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, hat Politiker scharf kritisiert, die sich im Umgang mit Medien wehleidig zeigen. "Ich kann Politiker, die darüber heulen, dass das Leben so schwer sei, nicht ausstehen", sagte Scholz der Wochenzeitung "Die Zeit". "Und deswegen gefällt es mir auch, dass Peer Steinbrück trotz aller Schwierigkeiten tapfer bleibt."

Sein Grundsatz sei immer gewesen: "Don`t complain, don`t explain. Beschwere dich nicht darüber, was war - und erkläre es auch nicht", so Scholz weiter. "Das habe ich ohne Ausnahme durchgehalten." Scholz warnte Politiker und Medien davor, sich von der realen Welt außerhalb von Berlin-Mitte weiter abzukoppeln. Politiker und Journalisten formten in Berlin "eine sehr kleine Gemeinschaft", die ständig gefährdet sei, "das, was man sich untereinander zu sagen hat und was man voneinander denkt, für ein Abbild der Welt zu halten", sagte Scholz. Zudem kommunizierten Journalisten und Politiker auf eine Art miteinander, "die viele Bürger außen vor lässt". Scholz ermahnte Politiker und Medien dazu, "niemals zynisch zu werden". Zynisch würden sie immer dann, "wenn sie zum Beispiel jemanden bewundern, der nicht die Wahrheit spricht", sagte Scholz. "Wenn sie jemanden gut finden, der damit durchkommt. Wenn sie Politiker durchkommen lassen, die bloß eine Methode gefunden haben, sich öffentlichkeitswirksam zu inszenieren und sie dadurch zum ,Helden` verklären." Wer etwas gegen den Verdruss der Bürgerinnen und Bürger machen wolle, dürfe nicht zynisch sein. "In dieser Frage bilden Journalisten und Politiker eine Schicksalsgemeinschaft", so Scholz.

Foto: Olaf Scholz, über dts Nachrichtenagentur

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