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Siemens-Chef kritisiert „Kasino-Kapitalismus“

Siemens-Chef Joe Kaeser hat vor seinem Abschied eindringlich vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft gewarnt. "Der Kasino-Kapitalismus ist zu weit gegangen", sagte Kaeser dem "Handelsblatt". Die Eliten auch in der Wirtschaft müssten in den nächsten Jahren die gesellschaftliche Integration fördern.

Notwendig seien "Sozialpartnerschaften moderner Prägung". Die Spaltung der Gesellschaft nehme an Geschwindigkeit und Dynamik zu, warnte Kaeser. Es werde lange dauern, den Schaden zu beheben, der durch die Polarisierung in den USA angerichtet worden sei, "wenn das überhaupt noch gelingen sollte". Zudem sorgt sich der Top-Manager um die Innovationsfähigkeit Deutschlands. Zu oft würden Wirtschaftszweige gefördert, die "den größten Teil ihres Lebenszyklus hinter sich haben", sagte er. "Wir müssen uns eingestehen, dass Modernisierung auch weh tut". Deutschland müsse viel systematischer "technologische Zukunftsfelder unterstützen". Der Manager fordert vor allem eine stärkere Unterstützung der Chipindustrie. Die Mikroelektronik sei der Schlüssel für die Weiterentwicklung der industriellen Welt von morgen, das Feld sei viel wichtiger als Software und Cloud-Plattformen. US-Anbieter profitierten laut Kaeser enorm von Aufträgen des Militärs und der Raumfahrt. "So eine Unterstützung hilft dann auch auf den kommerziellen Feldern." Kaeser übergibt auf der Hauptversammlung am 3. Februar den Vorstandsvorsitz an seinen Stellvertreter Roland Busch. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Siemens, über dts Nachrichtenagentur

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