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Solarcenter Muntwyler AG: Solar-Krise trifft auch Schweizer Unternehmen

SolarpanelBern – Die Krise in der Solar-Branche hat nun auch ein Schweizer Opfer, die Solarcenter Muntwyler AG. Das Regionalgericht Bern-Mitteland hat bereits den Konkurs eröffnet. Es kämpfen aber auch die Thuner Firma Meyer Burger und die Bieler Sputnik um positive Zahlen. Solaire Suisse ergänzt die Liste als Installationsfirma.

2013 Umsatz eingebrochen

2010 installierte die Solarcenter Muntwyler AG Anlagen mit einer Leistung von 1.000 Kilowatt. 2012 erhöhte sich die Zahl auf 2.400 Kilowatt, bei gleichbleibendem Umsatz von 10 Millionen Franken. 2013 gelang es nicht mehr, den Umsatz auch nur annähernd zu halten. Im Gegenteil, er brach im ersten Halbjahr um die Hälfte ein. Es war eine Entscheidung des Managements, das Konkursverfahren anzumelden. Wie Michael Zurbuchen, der Finanzchef des Unternehmens erklärte, sei es dem Management wichtig gewesen, den Schaden für die Gläubiger klein zu halten. Die 23 Mitarbeiter seien bis Ende August entlohnt worden. Professor Urs Muntwyler, der vor 35 Jahren die Firma gegründet hat, gab das Unternehmen ab, nachdem er zum Fotovoltaikprofessor an der Fachhochschule berufen worden war. Er verblieb jedoch bis 2012 im Verwaltungsrat. Über die Entwicklung zeigt er sich erstaunt und meinte, dass Marketingaktivitäten vernachlässigt worden seien. „Unter meiner Leitung wäre es nicht so weit gekommen“, ergänzt er. Finanzchef Michael Zurbuchen ist der Schwiegersohn von Urs Muntwyler. Die Familien Zurbuchen und Muntwyler besitzen ebenfalls die Gfeller Elektro AG mit 130 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist jedoch nicht vom Konkurs betroffen.

Nach Fukushima zu optimistisch

Im März 2011 ereignet sich die Atomkatastrophe in Fukushima. Beim Solarcenter erhoffte sich die Führung einen neuen Trend zu erneuerbaren Energien, doch es folgte keine Welle an neuen Aufträgen, sondern ein Preissturz für Solarmodule. Michael Zurbuchen sieht auch einen Grund für das zögerliche Verhalten der Kunden im Förderverhalten des Bundes für Solaranlagen. Die Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes sei lang und sei überhaupt klar, wie es politisch mit der Förderung von Solaranlagen weitergehe. Ausnahmsweise sind sich Urs Muntwyler und sein Schwiegersohn einig: Die Unsicherheit bei Kunden sei besonders nach der Aussage des Bundes zu verstehen, dass Solaranlagen nur noch während 15 statt 25 Jahren gefördert würden. „Solarkompetenz ins Parlament“, steht auf der Seite Urs Muntwylers bei den Grünen Berns zu lesen. Und weiter heißt es: „Durch langjährige Erfahrung in der Solarbranche weiß ich, wie der Energie-Umbau möglich ist.“ Wie er selbst sagte, hätte er auch Wege für das Unternehmen gewusst, doch das Verhältnis zum Schwiegersohn verhinderte, scheint es, die guten Ratschläge.

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